Geständnisse im S&K-Prozess: "Dumm und gierig"

Top News Sachwerte von Martin Thaler

Vor dem Landgericht haben die Gründer der Immobiliengruppe Geständnisse abgelegt und sich bei den geprellten Anlegern entschuldigt. Dadurch könnte der Prozess nun schnell zu Ende gehen.

Geständnisse im Prozess gegen die Immobiliengruppe S&K.

Geständnisse im Prozess gegen die Immobiliengruppe S&K. Foto: dpa

„Dumm und gierig“ sowie „schäbig und einfallslos“ – mit diesen Worten beschrieb an diesem Dienstag der S&K-Gründer Jonas K. sich selbst sowie das Geschäftsmodell der Immobiliengruppe. Mitgründer Stephan S. ließ über seinen Anwalt mitteilen, dass er die „volle Verantwortung“ für die ihn zur Last gelegten Taten übernehme. Jonas K. entschuldigte sich laut einem Bericht der hessenschau bei den Geschädigten.  

Beide erklärten vor dem Frankfurter Landgericht allerdings, dass sie nie die Etablierung eines Schneeballsystems geplant hätten. Durch die Geständnisse kann der Prozess, der bereits seit anderthalb Jahren andauert, nun merklich abgekürzt werden. Die Staatsanwaltschaft erklärte sich bereit, auf den Vorwurf des Betrugs zu verzichten. Damit müssen sich die Angeklagten nur noch wegen Untreue sowie Beihilfe im Zusammenhang mit dubiosen Fonds- und Immobiliengeschäften verantworten. Den Hauptangeklagten waren im Falle eines Geständnisses Strafen in Höhe zwischen achteinhalb und neuneinhalb Jahren in Aussicht gestellt worden.  

Der Fall S&K hatte 2013 für große Aufmerksamkeit gesorgt, als 1.000 Beamte die Räumlichkeiten der Immobiliengruppe durchsuchten. Rund 11.000 Anleger waren zuvor um rund 240 Millionen Euro geprellt worden. Die beiden Firmengründer sollen damit laut dem Bericht der hessenschau ihren aufwendigen Lebensstil finanziert haben. So sollen sie unter anderem – wie es Dagobert Duck in den Lustigen Taschenbüchern tut – unter anderem in Geld gebadet haben.  

Auch das nachfolgende Gerichtsverfahren sorgt seitdem immer wieder für mediale Aufmerksamkeit, unter anderem durch einen Fluchtversuch aus dem Fenster des Frankfurter Landgerichts. 

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