Führungswechsel beim Deutschland-Dino

Investmentfonds Top News von Julia Groth

Zum Jahreswechsel übernahm Thomas Orthen den ältesten Aktienfonds Deutschlands. procontra gab der neue Fondsmanager des AGI Fondak eines der ersten Exklusivinterviews und verriet die strategischen Veränderungen, die er mit dem Flaggschiff vorhat.

Übernahm das Ruder beim AGI Fondak: Thomas Orthen.

Übernahm das Ruder beim AGI Fondak: Thomas Orthen. Foto: AGI

procontra: Herr Orthen, der Fondak hat im vergangenen Jahr sein 65. Jubiläum gefeiert und ist der älteste Deutschland-Aktienfonds überhaupt. Wie geht man mit so einem Urgestein um?

Thomas Orthen: Es ist natürlich etwas Besonderes, die Verantwortung für einen so großen Fonds mit einer so langen Tradition zu übernehmen. Die Managementaufgaben an sich sind mir aber vertraut, schließlich bin ich seit rund zehn Jahren im Fondsmanagement tätig und habe als Co-Manager auch schon Verantwortung für andere Fonds getragen.

procontra: Sie fühlen sich gut vorbereitet?

Orthen: Ja. Ich habe nach meinem Studium bei Allianz Global Investors ein Trainee-Programm absolviert, bei dem ich verschiedene Abteilungen kennengelernt habe, und bin dann ins Portfoliomanagement für Schwellenländer gewechselt. Dort habe ich mich in den vergangenen Jahren vor allem auf Osteuropa und Emerging Europe konzentriert und viel Erfahrung gesammelt. Somit sehe ich mich gut vorbereitet.

procontra: Ein Spezialist für Schwellenländer ist aber nicht gerade die offensichtliche Wahl für das Management eines Deutschland-Flaggschiffs.

Orthen: Auf den ersten Blick gibt es wenige Überschneidungen mit deutschen Aktien, das ist richtig. Sie müssen aber beachten, dass deutsche Unternehmen stark vom Export abhängig sind und Schwellenländer als Abnehmer eine wichtige Rolle spielen. Ich bin also dank meiner bisherigen Erfahrung mit vielen Absatzmärkten großer deutscher Unternehmen vertraut.

procontra: Sie wollen mehr Nebenwerte ins Fondsportfolio aufnehmen, nutzen künftig sogar eine andere Benchmark als bisher. Warum?

Orthen: Der Fondak war immer ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft und soll das auch in Zukunft sein. Der deutsche Mittelstand ist ein Treiber für Innovationen und wird künftig eine wichtigere Rolle spielen. Das reflektiert der neue Vergleichsindex besser als der alte. Er setzt sich zusammen aus 60 Prozent DAX, 30 Prozent MDAX und zehn Prozent TecDAX. Letztlich ändert sich dadurch aber gar nicht so viel, wie es auf den ersten Blick vielleicht den Anschein hat.

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