FinLeap bringt eigenen Versicherer auf den Markt

Digital von Martin Thaler

Nach Flypper und Ottonova soll ein weiterer digitaler Versicherer 2017 auf den Markt gehen. Dieser richtet sich dabei nicht an Endkunden, sondern unter anderem an Makler.

Bringt mit FinLeap einen eigenen Versicherer heraus: Fin-Leap-Geschäftsführer Ramin Niroumand.

Bringt mit FinLeap einen eigenen Versicherer heraus: Fin-Leap-Geschäftsführer Ramin Niroumand. Foto: FinLeap

2017 könnte das Jahr der neuen Versicherer in Deutschland werden: So sollen in diesem Jahr nicht nur der neue digitale Versicherer „Flypper“ von Dominik Groenen sowie der digitale Krankenversicherer Ottonova den Markteintritt wagen – auch der StartUp-Inkubator FinLeap beabsichtigt, mit einem eigenen Versicherer an den Start zu gehen.  

Element soll dieser heißen, teilt FinLeap mit, und sich dem Thema Sachversicherungen – ausgenommen KfZ – widmen. Eine entsprechende Lizenz sei bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin beantragt – in den kommenden Tagen will das Unternehmen, für das derzeit 20 Angestellte tätig sind, mit einer Test-Webseite online gehen, berichtet das Magazin „Capital“.

FinLeap, das sich auch für die Gründung des digitalen Versicherungsmaklers Clark verantwortlich zeigt, will sich mit seinem Geschäftsmodell vorrangig nicht an die Endkunden wenden, sondern eher ein „B-to-B-to-C“-Modell verfolgen, sich also vorrangig als Versicherungsplattform für andere Marktteilnehmer positionieren.

Wer das sein kann, zählt FinLeap wie folgt auf:   „Die Bandbreite der möglichen Partner, die Element nutzen können, erstreckt sich von InsurTechs über etablierte Unternehmen und Händler, die ihr Angebot um Versicherungsleistungen erweitern wollen, bis hin zu etablierten Versicherungen und Vermittlern, die Prozesse optimieren bzw. digitalisieren wollen.“ Angesprochen sind folglich auch Makler.

Auf procontra-Nachfrage, wie denn Makler von einer Zusammenarbeit mit Element profitieren können, heißt es: "Durch die digitale Plattform von Element können sich Makler sehr viel schneller - und damit auch kostengünstiger, weil keine manuellen Prozesse - beim Versicherer Element anbinden." Dies gelte insbesondere für digitale Makler (wie Knip, Clark, GetSafe), aber auch für traditionelle Makler, die sich digital weiterentwickeln wollen. 

Konkrete Beispiele, wie eine solche Zusammenarbeit aussehen könnte, konnte Element auf Nachfrage allerdings noch nicht liefern, da der neue Versicherer ja noch nicht operativ tätig sei. 

Wolff Graulich soll Element leiten

Von Mitgründer und FinLeap-Geschäftsführer Ramin Niroumand ist folgendes zu hören: „Wir bieten die Infrastruktur für unsere Partner, damit sie innovative und digitale Angebote schaffen können. Sie kennen Ihre Kunden besser und eine Lösung, die direkt aus einem Kundenwunsch entsteht, ist die vielversprechendste Innovation.” 

Geführt werden soll der neue Versicherer von Wolff Graulich, zuletzt Bereichsleiter bei der Axa. Als Chief Technology Officer (CTO) wird ihm Henning Groß zur Seite stehen, der zuletzt in leitender Position beim Axel-Springer-Verlag für technische Innovationen zuständig war.

Mit Flypper, Ottonova und nun Element wagen sich die InsurTech zunehmend jenseits des Maklergeschäfts und werden zu eigenen Risikoträgern. Damit wird mittlerweile die gesamte Wertschöpfungskette der Versicherer angegriffen. Diese begegnen der neuen Konkurrenz mit Kooperation. So haben sich mehrere große Versicherer an StartUps aus der Versicherungsbranche beteiligt, unter anderem der Rückversicherer Hannover Rück an FinLeap. 

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