Berufsunfähigkeit kann jeden treffen …

Berufsunfähigkeit von Juliane Moghimi

Hartnäckig hält sich das Vorurteil, dass Menschen, die noch nicht in den Fünfzigern sind und nicht körperlich arbeiten, keine Berufsunfähigkeitsversicherung benötigen. Beide Annahmen treffen jedoch nicht zu, wie aktuelle Zahlen zeigen. Berufsunfähigkeit gehört zu den häufig unterschätzten Gefahren. Hier finden Sie Zahlen, Fakten und Argumente zum Thema.

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… und trifft, statistisch gesehen, immerhin jeden Vierten: Rund 25 Prozent aller Berufstätigen müssen vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters gesundheitsbedingt aus dem Beruf ausscheiden.

Laut einer Forsa-Umfrage glauben jedoch nur 10 Prozent aller Berufstätigen, dass sie persönlich von einer Berufsunfähigkeit betroffen sein könnten. Der Gedanke „Mich wird es schon nicht treffen“ hält sich vor allem bei jungen Menschen hartnäckig. Verständlicherweise denkt niemand gern daran, dass er eines Tages vielleicht so sehr eingeschränkt sein wird, dass er nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. Dies gilt umso mehr, wenn junge Menschen gerade erst beruflich durchstarten. Tatsächlich steigt das Risiko mit zunehmendem Alter: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Betroffenen werden zwischen 50 und 60 Jahren berufsunfähig. Und trotzdem erkranken und verletzen sich auch Berufsanfänger mitunter so schwer, dass nichts mehr ist, wie es vorher war. Das sind jene 6 Prozent, die schon vor dem 35. Lebensjahr berufsunfähig werden. 

Neben dem Lebensalter gibt es ein zweites typisches Fehlurteil zum Thema Berufsunfähigkeit: „Mich wird es nicht treffen, denn ich arbeite ja im Büro/in einer Kanzlei/in einer Praxis.“ Aber körperlich schwere Arbeit ist schon längst nicht mehr der häufigste Grund dafür, dass Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden. Ursache Nummer eins sind heute mit fast 29 Prozent die psychischen Erkrankungen, gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, die rund 21 Prozent der Betroffenen in die Berufsunfähigkeit führen. Psychisch krank werden Menschen oft aufgrund des immer stärker zunehmenden Termin- und Leistungsdrucks und des damit einhergehenden Stresses – und das trifft auch die Menschen in „Büroberufen“. Hinzu kommt, dass für einige orthopädische Erkrankungen wie etwa Bandscheibenvorfälle das Risiko in den sitzenden Berufen ebenfalls signifikant erhöht ist.

Für den frühen Abschluss gibt es allerdings ein noch viel überzeugenderes Argument: Die – ohnehin extrem niedrige – gesetzliche Erwerbsminderungsrente greift nur dann, wenn der Betroffene innerhalb der letzten fünf Jahre insgesamt mindestens drei Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Auch Dr. Peter Schwark, Mitglied der GDV-Geschäftsführung, rät schon Berufsanfängern zum Abschluss dieser wichtigen privaten Versicherung: „Berufsunfähigkeit trifft keineswegs nur ältere Erwerbstätige. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig gegen das Risiko abzusichern – zumal der Versicherungsschutz in jungen Jahren auch wesentlich günstiger zu bekommen ist.“

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