Ahnungslose Kunden und wie sie zu beraten sind

Berater von Florian Burghardt

Ob bei der Altersvorsorge oder in der Sachversicherung - den Verbrauchern fehlt es vor allem an Aufklärung. Wem sie eine kompetente Beratung zutrauen und welche Fragen sie zu ihren Policen haben, wurde nun von zwei Studien untersucht.

Ob Altersvorsorge oder Sachversicherung - den Kunden mangelt es an Aufklärung. Doch mit ihrer klassischen Beratung erreichen Makler und Versicherer sie oft nicht.

Ob Altersvorsorge oder Sachversicherung - den Kunden mangelt es an Aufklärung. Doch mit ihrer klassischen Beratung erreichen Makler und Versicherer sie oft nicht. Bild: geralt/Pixabay.com

Die Deutschen sind zwiegespalten. Einerseits weiß der Großteil von ihnen nicht um die Höhe der späteren Rente und nicht wenige fürchten sich vor einer möglichen Altersarmut. Andererseits – und das mag für die Branche unerfreulich klingen – haben sie kaum Vertrauen in Makler und Versicherer.

Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Studie des Beratungsunternehmens PwC hervor, für die 1.016 Bundesbürger befragt wurden. Konkret haben zwei Drittel der Teilnehmer nur eine ungefähre bis gar keine Vorstellung davon, wie hoch ihre gesetzliche Rente einmal ausfallen könnte.

Auf die Frage, wie sie sich zum jetzigen Zeitpunkt mit Blick auf ihre Altersvorsorge fühlen würden, antworteten 22 Prozent, dass sie Angst vor Altersarmut haben und 21 Prozent, dass sie keine Ahnung haben, ob sie im Alter gut auskommen. Ihre Befürchtungen sind nicht unbegründet. So sind in Deutschland rund 21 Prozent der Menschen über 55 von Altersarmut bedroht.

Kein Vertrauen in Makler und Versicherer

Trotz Angst und Notwendigkeit nehmen die meisten Kunden die Beratung der etablierten Institutionen nur widerwillig an. Dass sie ein Versicherungsmakler kompetent zum Thema Altersvorsorge beraten kann, glauben nur 14 Prozent. An Versicherungsunternehmen glauben 15 Prozent, den Banken 9 Prozent und die wenigsten mit 8 Prozent dem Staat.

Mehr als die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) vertraut der Studie nach bei der Altersvorsorgeberatung nur sich selbst. Diese selbstauferlegte Eigenverantwortung in der Altersvorsorge unterstützen soll ihrer Meinung nach eine App als digitaler „Vorsorge-Manager“. Fast 80 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus.

Als wichtigste Bestandsteile der App nannten die Befragten, dass sowohl ihre heutigen als auch ihre zukünftigen Rentenansprüche einsehbar sind und die Produkte aus allen drei Säulen der Altersvorsorge abgebildet werden. Einen digitalen Überblick, der gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge kombiniert, befürworten auch viele Lebensversicherer.

„Indem Banken und Versicherer dem Verbraucher die richtigen Werkzeuge an die Hand geben, haben sie die Chance, beim wichtigen Thema Altersvorsorge den Kontakt zu ihren Kunden wiederherzustellen und Vertrauen zurückzugewinnen“, rät Holger Junghanns von PwC.

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