Ottonova: „Es gibt Anbieter, die Angst vor uns haben“

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procontra: Halten Sie die vielen neuen Tarife nicht für innovativ?

Rittweger: Sie dienen vor allem dem Vertrieb. Auch Makler haben bei der Produkt- und Tarifgestaltung gerne eine Alleinstellungsmerkmal verlangt, um ihrer Klientel etwas bieten zu können. So kamen stets neue Tarife mit immer mehr Merkmalen hinzu. Die Objektivität der Beratung leidet jedoch oft unter den unterschiedlichen Provisionsanreizen. So ist das System gebaut. Makler wünschen ein beratungsintensives Produkt, damit sie beraten können.

procontra: Zurück zur Versicherungstechnik. Damit der Risikoausgleich im Kollektiv funktioniert, muss die Gemeinschaft bereits am Start ausreichend groß sein. Das könnte doch ein Problem sein, oder? 

Rittweger: Das ist eine Hürde, die wir nehmen müssen. Aber solange sich das Kollektiv noch nicht selber versichert, nutzen wir Rückversicherungen, welche die entsprechenden Schäden übernehmen. Das ist alles machbar. Wir sind ja nicht der erste Krankenversicherer, der neu gegründet wird. Das Ungewöhnliche an ottonova ist, dass wir digitale Technik nutzen, um den Vertrieb günstiger zu gestalten und den Kundenservice zu verbessern. 

procontra: Wie wird ottonova seine Policen vertreiben? 

Rittweger: Der Vertrieb erfolgt über unsere Homepage. Einen teuren Offline-Vertrieb gibt es nicht. Wir werden im klassischen Sinn auch nicht mit Vermittlern und Maklern zusammen arbeiten. Folglich zahlen wir keine teuren Provisionen. Das bringt einen deutlichen Kostenvorteil für unsere Kunden. Vor zwanzig Jahren musste man im Reisebüro so viel Servicegebühr bezahlen, wie heute in vielen Fällen der ganze Flug kostet. Und heute buchen viele Menschen ihren Flug selber online. Das wird irgendwann auch in der PKV so ein. Sicher werden nicht 100 Prozent der Verträge online abgeschlossen, aber ein signifikanter Anteil.

Wie Makler dennoch ein paar Euro verdienen können, wie ottonova Vorgänge wie die Beantwortung der Gesundheitsfragen handhabt und was die Unterschiede und Parallelen zum US-Versicherer Oscar lesen Sie im vollständigen Interview in der nächsten Print-Ausgabe der procontra ab dem 24. Februar. 

Seite 1: Was ottonova mit einem Callcenter verbindet
Seite 2: So soll der Vertrieb funktionieren

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