Jüngere greifen verstärkt zur Aktie

Investmentfonds von Martin Thaler

Die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland sinkt trotz Zinstief und ist weit von einstigen Rekorden entfernt. Doch eine Entwicklung stimmt das Deutsche Aktieninstitut dennoch positiv.

Insbesondere bei jüngeren Menschen scheint eine Vorliebe für Aktien feststellbar.

Insbesondere bei jüngeren Menschen scheint eine Vorliebe für Aktien feststellbar. Foto: DAI

Auch wenn angesichts der derzeitigen Niedrigzinsphase Sparguthaben so gut wie keine Rendite abwerfen, tun sich die Deutschen weiterhin schwer mit Aktien. So verfügten 2016 ungefähr 8,98 Millionen Menschen über Aktien bzw. Anteile an Aktienfonds – und damit 30.000 weniger als noch 2014, wie neue Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zeigen.  

Der Anteil der Aktienbesitzer blieb mit 14 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahren konstant – dabei sind Menschen im Westen der Republik weitaus bereiter, in Aktien zu investieren als ihre Mitbürger in den neuen Bundesländern.  

Eine erfreuliche Entwicklung sieht das DAI aber bei jungen Menschen – einer Gruppe, die angesichts sinkender staatlicher Rentenbezüge verstärkt auf private Vorsorge angewiesen ist.  Hier steigt die Zahl der Aktienbesitzer nämlich zusehends – während in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen ein Rückgang von 2,005 Millionen (2014) auf 1,810 Millionen (2016) zu verzeichnen war, stieg im selben Zeitraum bei den 14- bis 39-Jährigen die Zahl der Aktienbesitzer von 1,696 auf 1,952 Millionen. Ein kontinuierliches Plus gab es auch bei der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen (1,925 auf 2,140 Millionen) zu verzeichnen.  

Mut machen in dieser Hinsicht auch die Zahlen aus dem jüngst veröffentlichten Investment-Barometer der GfK. Diesem zufolge gaben zwar nur 12 Prozent der Befragten an, in Aktien investiert zu haben - 15 Prozent bejahten das für Investmentfonds. Allerdings haben sich die Zahlen hier in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt, wie GfK-Geschäftsführer Raimund Wildner feststellte.

„Nur mit Aktien und Aktienfonds werden wir es schaffen, die Schwächen der staatlichen Rente zu kompensieren“, deutete Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, die Zahlen  und verwies auf eine Berechnung des Deutschen Aktieninstituts: Dieser zufolge konnte, wer in der Vergangenheit 30 Jahre lang monatlich einen Sparbetrag von 50 Euro in Aktien investiert hatte, damit im Durchschnitt eine Zusatzrente von 870 Euro im Monat erzielen, die 20 Jahre lang gezahlt wird.

Das entspricht einer Rendite von 9,6 Prozent pro Jahr. Bei einer ungünstigeren Entwicklung der Aktienmärkte und einer Rendite von 6,2 Prozent sei es immer noch eine Zusatzrente von 360 Euro gewesen.  

Der Höchststand in puncto Aktienbesitz konnte allerdings im Jahr 2001 verzeichnet werden, als 12.853 Millionen Menschen sich für Wertpapiere begeisterten – dem Hype um die sogenannte Volksaktie der Telekom sei Dank. Diese verzeichnete im Jahr 2000 ihren Höchststand (103,50 Euro), und die DIA verzeichnete Rekordzahlen mit 6,2 Millionen eine Rekordzahl an Direktaktionären (Besitzer von Aktien, nicht von Anteilen an Aktienfonds). 

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