Infektionsklausel: 30 BU-Versicherer im Test

Berater Meistgeklickt von Florian Burghardt

BU-Versicherte, die aufgrund einer Krankheit ein Risiko für andere darstellen und deshalb nicht mehr arbeiten dürfen, hoffen auf die Infektionsklausel in ihrer Police. Welcher Tarif für welche Berufe leistet hat eine aktuelle Studie ermittelt.

Viele BU-Versicherer bieten durch ihre Infektionsklauseln nicht mehr nur Schutz für Ärzte.

Viele BU-Versicherer bieten durch ihre Infektionsklauseln nicht mehr nur Schutz für Ärzte. Quelle: tpsdave/Pixabay.de

Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es viele gute Gründe. Für Menschen, die aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands nicht mehr arbeiten können, erhält sie nicht selten die finanzielle Existenz. Doch wenn BU-Versicherte von Gesetzes wegen nicht mehr arbeiten dürfen ist es wichtig, dass ihre Police eine entsprechende Infektionsklausel enthält.

Denn laut § 31 Infektionsschutzgesetz (IfSG) kann für Personen mit bestimmten Infektionen – auch wenn nur der Verdacht auf eine solche Infektion besteht – ein behördliches Tätigkeitsverbot verhängt werden, wenn sie dadurch ein Risiko für andere darstellen. In vielen Fällen ist das aber kein Leistungsauslöser in der BU.

Zwar erhalten Menschen mit einem solchen Tätigkeitsverbot gemäß § 56 IfSG für die ersten sechs Wochen eine vollständige Erstattung des Verdienstausfalls. Ab der siebten Woche erfolgt die Entschädigung aber nur noch in Höhe des Krankengeldes nach § 47 SGB V.

Die Infektionsklausel in der BU-Versicherung stellt solche Fälle mit der Berufsunfähigkeit gleich und ermöglicht den Versicherten damit die volle, vertraglich vereinbarte Leistung. Voraussetzung ist dabei fast immer, ebenso wie bei den meisten BU-Fällen, dass das Tätigkeitsverbot für mindestens sechs Monate besteht. Zudem machen viele Versicherer bei der Klausel Einschränkungen was die versicherten Berufe betrifft. So war es noch vor ein paar Jahren so, dass der Schutz fast ausschließlich für Ärzte galt.

Versicherer erweitern ihren Schutz

Das Analysehaus Ascore aus Hamburg hat jetzt 30 Anbieter von BU-Versicherungen mit Blick auf ihre Infektionsklausel untersucht. Dabei wurde neben Human-, Zahn- und Tiermedizinern auch ermittelt, in wie weit der Schutz auch für Heilnebenberufe, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Apotheker und sogar alle weiteren Berufe gilt.

„Insgesamt wird deutlich, dass die Anbieter ihre Leistungen in diesem Bereich erweitert haben“, erklärt Ascore-Geschäftsführerin Ellen Ludwig. Während in der ersten derartigen Untersuchung vor knapp drei Jahren nur 10 von 30 Anbietern mit ihren Infektionsklauseln Schutz für alle Berufe (ohne Einschränkung) anboten, sind es in der aktuellen Untersuchung schon 18.

Auch die Zahl der Anbieter, deren Klausel für alle einzeln aufgezählten Berufe gilt, hat sich erhöht. Nach 12 in 2014 sind es nun bereits 19 Versicherer.

Bei den ausgewählten Tarifen handelt es sich jeweils um die Top- beziehungsweise Premium-Tarifvariante der jeweiligen Anbieter. 

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