IDD-Umsetzung: Diese Fehler macht der Gesetzgeber

Berater Top News IDD von Udo Rummelt

Zwei-Firmen-Lösung stellt den in der EU-IDD gewünschten Zustand auch in Deutschland her

Mit Blick auf das im deutschen IDD-Gesetzentwurf vorgesehene Honorarverbot werden clevere Versicherungsvermittler zu einer Zwei-Firmen-Lösung übergehen. Beratungs- und Servicetätigkeiten, die über Honorar vergütet werden, werden auf diesem Wege in ein neu zu gründendes Versicherungsberatungs-Unternehmen ausgelagert. Eine relativ preiswerte Unternehmergesellschaft (UG) reicht dazu schon aus. Dies bedeutet nichts anderes, als das der Versicherungsvermittler (auf der Couch des Kunden sitzend) seinen Rechtsstatus von einer Minute zur anderen ändern wird. Auch daran lässt sich erkennen, wie weltfremd die Vorstellung des deutschen Gesetzgebers ist, auch die Beratung gegen Honorar durch Versicherungsvermittler nicht zulassen zu wollen. Im praktischen Geschäftsleben findet sich stets ein Weg, wie es doch geht.

Mit einer solchen Zwei-Firmen-Lösung lässt sich auch eine weitere Unklarheit beseitigen. Gemeint ist, ob Versicherungsvermittler bei einem Wechsel zum Versicherungsberater für die zuvor vermittelten Verträge auch in Zukunft Bestandscourtagen erhalten dürfen. Im deutschen IDD-Gesetzentwurf ist nämlich unter § 156 (Änderung Gewerbeordnung - Übergangsregelungen zu den §§ 34d und 34e) nur festgelegt "Versicherungsberater nach § 34d Absatz 2 Satz 1 dürfen abweichend von § 34d Absatz 2 Satz 4 Zuwendungen eines Versicherungsunternehmens auf Grund einer Vermittlung annehmen, die bis zur Erteilung der Erlaubnis nach § 34d Absatz 2 Satz 1 erfolgt ist.". Von Betreuungscourtage ist dort nichts zu lesen.

Der tatsächliche Versicherungsberater

Wenn schon Versicherungsberater, dann richtig! Schon die Verwendung des Begriffs "Versicherungsberater" im deutschen IDD-Gesetzentwurf im Zusammenhang mit der Vermittlung von Produkten ist haarsträubend. Ein Berater vermittelt grundsätzlich keine Produkte. Ein tatsächlicher Versicherungsberater müsste also gegen Honorar ausschließlich beraten – ohne jedwede Vermittlung. Zur Vermittlung der vom Versicherungsberater ermittelten Verträge müsste der Kunde folglich einen Versicherungsvermittler aufsuchen, den der Versicherungsberater nicht empfehlen darf. Das wäre dann eine tatsächliche Trennung von Beratung und Vermittlung. Im Weiteren könnten dadurch der vorgesehene (kritikwürdige) § 48c (Durchleitungsgebot) zur Änderung des Versicherungsaufsichtsgesetzes vollständig entfallen. Allerdings müsste der Versicherungsvermittler in solchen Fällen dann von der Dokumentations- und Beratungspflicht sowie von der Erteilung eines Rates freigestellt werden, da die Beratung bereits durch den Versicherungsberater stattfand und dieser folglich auch die Haftung dafür zu tragen hat.

Seite 1: Trennung von Honorar- und Provisionsvermittlung
Seite 2: Makler in Abhängigkeit von Produktgebern
Seite 3: Wenn schon Versicherungsberater, dann richtig!

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare