IDD-Umsetzung: Diese Fehler macht der Gesetzgeber

Berater Top News IDD von Udo Rummelt

Anzahl der Versicherungsberater heute und in Zukunft

In ganz Deutschland gibt es nicht einmal 400 Versicherungsberater. Die finanzielle Situation dieser Berater ist in nicht wenigen Fällen fragwürdig – zumindest dort, wo es im Bundesanzeiger anhand der Pflichtveröffentlichungen ablesbar ist. Schon allein daran lässt sich ablesen, wie niedrig die Bereitschaft der Bevölkerung ist, kostenpflichtige Beratung gegen Honorar in Praxis tatsächlich in Anspruch zu nehmen. In diesem Zusammenhang wäre eine Studie interessant, wie viele deutsche Endverbraucher im Jahr 2016 tatsächlich eine Beratung von mindestens 5 Stunden zu einem Stundensatz von mindestens 120,-- Euro netto in Anspruch genommen haben (ohne Schreib- oder Servicegebühren). An einer solchen Studie fehlt es aber. Warum wohl?

Sollte die IDD kommen wie von der Bundesregierung vorgeschlagen, so wird sich die Zahl der Versicherungsberater im Verhältnis zur Anzahl der Versicherungsvermittler nicht wesentlich erhöhen. Selbst wenn man von einer Verdreifachung ausgehen würde, wäre das nicht einmal 1 Prozent der derzeit tätigen Versicherungsvermittler. Somit wäre dann ca. 1 Prozent der Berater von Versicherern unabhängig und 99 Prozent der Berater (hier Vermittler) wären den Versicherern auf Gedeih und Verderb zu 100 Prozent ausgeliefert. Eine sicher eher wenig schöne Vorstellung für Verbraucher.

Versicherungsmakler in 100 Prozent Abhängigkeit von den Produktgebern

Die Definition zur Tätigkeit eines Versicherungsmaklers lautet: "Versicherungsmakler ist, wer gewerbsmäßig für seinen Auftraggeber (Versicherungsnehmer) die Vermittlung oder den Abschluss oder die Betreuung von Versicherungsverträgen übernimmt, ohne von einem Versicherungsunternehmen oder von einem Versicherungsvertreter damit betraut zu sein. Der Versicherungsmakler steht somit im Verhältnis zum Versicherungsunternehmen auf der Seite des Kunden als dessen Sachwalter und Interessenwahrer. Auch der Handelsvertreter eines Versicherungsmaklers ist Versicherungsmakler im Verhältnis zum Kunden."

Wer jedoch ausschließlich am Tropf der Produktgeber hängt, der kann diesen Anspruch nicht erfüllen. Dies hat die Bundesregierung richtig erkannt. Allerdings wurden die daraus erwachsenden Erfordernisse verkannt. Denn der Gesetzgeber müsste einfach nur beschließen, dass Versicherungsmakler sowohl Verbraucher wie auch Nichtverbraucher gegen Honorar beraten dürfen. Die europäische IDD-Richtlinie hat gerade diesem Umstand in Artikel 19 Abs. 1 e) für alle Versicherungsvermittler Rechnung getragen. Die EU-IDD-Richtlinie sieht dort vor, dass sowohl Provisionen als auch Honorare insbesondere aber auch Mischvergütungen aus Provision und Honorar statthaft sind - sicher aus gutem Grund.

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