IDD-Umsetzung: Diese Fehler macht der Gesetzgeber

Berater Top News IDD von Udo Rummelt

Honorarberatung soll durch die IDD-Umsetzung gestärkt werden. Doch dabei stiftet der Gesetzgeber Verwirrung beim Verbraucher, sorgt für weniger Beratung und eine höhere Belastung der Sozialkassen. Die richtige Lösung ist allerdings einfach und steht sogar direkt in der EU-Vorgabe zur IDD, kommentiert Udo Rummelt vom Maklerpool Invers, exklusiv für procontra.

Gesetzgeber macht Fehler bei IDD-Umsetzung

Der Gesetzgeber will Honorarberatung ohne Versicherungsvermittler stärken. Das hält Udo Rummelt (Invers) für einen Fehler. Warum, erklärt er im Gastbeitrag. Bild: pixabay / xiaoxinghai

Um das derzeit wenig verständliche Vorgehen des Gesetzgebers in Sachen IDD-Umsetzung wenigstens etwas nachvollziehen zu können, ist ein Blick in den Koalitionsvertrag (Seite 46) der Bundesregierung zwischen CDU, CSU und SPD notwendig. Eines der dort formulierten Ziele lautet: "Wir werden die Einführung der Honorarberatung als Alternative zu einer Beratung auf Provisionsbasis für alle Finanzprodukte vorantreiben und hohe Anforderungen an die Qualität der Beratung festlegen. Die Berufsbezeichnungen und Ausbildungsstandards der Berater auf Honorarbasis werden weiterentwickelt." Allerdings steht im Koalitionsvertrag nichts davon, dass eine Trennung zwischen Provisions- und Honorarberatung zwingend herbeigeführt werden soll.

Dazu findet sich ebenfalls nichts im Aktionsplan der Bundesregierung zum Verbraucherschutz im Finanzmarkt. Auch hier lautet der Text nur: "Entsprechend den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag wird die Einführung der Honorarberatung als Alternative zu einer Beratung auf Provisionsbasis für alle Finanzprodukte vorangetrieben, wobei hohe Anforderungen an die Qualität der Beratung festgelegt werden. Die Honorarberatung kann auch auf den Versicherungs- und Darlehensbereich ausgedehnt werden. Dabei werden die Beratungen auf europäischer Ebene zur Versicherungsvermittlungsrichtlinie berücksichtigt."

Der Blick nach Großbritannien und auf Verbraucherschützer

Erfahrungen aus Großbritannien belegen, dass die Breite der Bevölkerung sich Honorarberatung nicht leisten kann bzw. nicht leisten will. Es ist daher völlig unverständlich, warum Verbraucherschützer noch immer auf einer Trennung von Honorar- und Provisionsvermittlung bestehen. Diese Verbraucherschützer fordern unter Berücksichtigung des Vorgenannten letztendlich statt einer Besserberatung eine Schlechterberatung. Denn wer keine Beratung mehr in Anspruch nimmt, der ist schon naturgemäß ganz schlecht beraten.

Auswirkung auf Sozialsysteme und Wirtschaft

Wo nicht beraten wird, dort sinkt der Durchsatz der Bevölkerung mit Eigenvorsorge. Fehlende Arbeitskraftabsicherung, fehlende Todesfallabsicherung, fehlende Haftungsabsicherung und auch fehlende Sachwerteabsicherung in Eigenvorsorge der Verbraucher führen unweigerlich zu einer Mehrbelastung der Sozialkassen. Die Sozialkassen selbst stellen nur eine Mindestabsicherung zur Verfügung; wenn überhaupt. Dies wiederum führt zu weniger Kaufkraft. Weniger Kaufkraft führt zu wirtschaftlichem Verfall. Wirtschaftlicher Verfall führt zu weniger Einnahmen für die Sozialkassen, was am Ende zu weiteren Leistungskürzungen oder gar Leistungsstreichungen führt. Ein Teufelskreis, der beim Punkt fehlender Beratung seinen Anfang nimmt.

Seite 1: Trennung von Honorar- und Provisionsvermittlung
Seite 2: Makler in Abhängigkeit von Produktgebern
Seite 3: Wenn schon Versicherungsberater, dann richtig!

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare