Huk erhöht PKV-Beiträge um 40 Prozent

Berater Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die Huk hat gegenüber procontra die sprunghafte Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung bestätigt. Auf die Versicherten kommen damit Erhöhungen von 100 Euro und mehr zu. Eine Kundengruppe und ein Tarif sind besonders betroffen.

"LMplus" - Partner 1: Gothaer
Die Gothaer ist eines von vier Unternehmen, die im Leistungsmanagement (LM) einen Zusammenschluss planen, um die eigene Schlagkraft zu erhöhen. Zu den Beitragsanpassungen (BAP) der vergangenen Jahre gab man auf procontra-Anfrage keine Auskunft. Verschiedenen Veröffentlichungen zufolge lagen die BAP in 2015 bei durchschnittlich 2,2 in 2016 bei 2,6 Prozent.
 

Mit Beitragserhöhungen von rund 40 Prozent müssen PKV-Versicherte der Huk-Coburg Krankenversicherung zum 01.03.2017 rechnen. Damit bestätigte Huk-Sprecher Holger Brendel gegenüber procontra eine Meldung des Blogs KVoptimal.

Besonders betroffen ist das männliche Versichertenkollektiv im Tarif A150, der ambulante Leistungen bei 150 Euro Selbstbeteiligung beinhaltet. Hier liegen die Anpassungen „in der Tat in diesem Jahr bei rund 40 Prozent“, so Brendel.

Da es sich beim A150 in nahezu allen Fällen um den größten Baustein einer Tarifkombination handelt, fällt die prozentuale Beitragsanpassung auch in Euro ausgedrückt stark ins Gewicht. Erhöhungen um 100 Euro monatlich und mehr dürften somit keine Seltenheit sein.

Gründe für den Anstieg

Die Huk begründet den Anstieg damit, dass die letzte Anpassung für den Tarif A150 im Jahr 2011 erfolgte. „Wir dürfen erst anpassen, wenn die medizinischen Kosten und die Lebenserwartung in einem Jahr den Schwellenwert von fünf Prozent überschreiten“, erklärt Brendel. Eine weitere Rolle spielen die rückläufigen Kapitalerträge der Krankenversicherer.

Die Beitragsentwicklungen beim A150 scheinen allerdings eine Ausnahme zu sein. Vergleichbare Erhöhungen wird es laut Aussage des fränkischen Versicherers in keinem anderen Tarif geben.

Für Kunden, die die anstehende Erhöhung nicht hinnehmen wollen, verweist die Huk auf ihren Tarifwechselrechner mit dem ein alternativer Tarif berechnet werden kann. Dieser ist über den persönlichen Kundenservicebereich „Meine HUK“ aufrufbar.

Erklärend fügt Brendel aber auch hinzu: „Es gibt bei uns keine Tarifkombination, die eine höhere oder gleiche Leistung bei niedrigerem Beitrag bietet.“

Beitragsentwicklung in der PKV

Seit 2007 liegt der durchschnittliche jährliche Beitragsanstieg in der PKV bei drei Prozent, wie das Wissenschaftliche Institut (WIP) des PKV-Verbands kürzlich ermittelte.

Diese Zehnjahressicht verzerrt aber die momentane Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung. Dieses Jahr fallen die durchschnittlichen Beitragssteigerungen nämlich deutlich höher aus, was ebenfalls auf Zahlen des PKV-Verbands zurückzuführen ist.

Eine Untersuchung des Analysehauses Morgen & Morgen zeigt zudem, dass sich die Anzahl der angepassten Tarife – also sowohl Steigerungen als auch Senkungen – seit 2012 mehr als verdoppelt hat. Insgesamt wurde im letzten Jahr für über ein Viertel aller PKV-Tarife der Beitrag neu kalkuliert. Überwiegend gab es dabei Erhöhungen.

PKV-Beitragsanpassungen der Vergangenheit

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