Ergo Direkt: Weniger Neugeschäft, weniger Arbeitsplätze

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Direktversicherungs-Tochter des Ergo Konzerns will bis 2019 das Neugeschäft in zwei Sparten komplett einstellen. Dies bedeutet für einige Ergo Direkt-Mitarbeiter auch das Ende ihrer Beschäftigung.

In der Ergo Direkt-Zentrale in Nürnberg wird in Zukunft kein Leben- und Unfall-Neugeschäft mehr gezeichnet.

In der Ergo Direkt-Zentrale in Nürnberg wird in Zukunft kein Leben- und Unfall-Neugeschäft mehr gezeichnet. Quelle: ergodirekt.de

Die Ergo Direkt wird ihr Neugeschäft in den Sparten Lebens- und Unfallversicherung in den nächsten zwei Jahren nach und nach einstellen. Dies hat Unternehmenssprecher Florian Amberg auf procontra-Nachfrage bestätigt.

Wie Amberg weiter mitteilte, wird die Einstellung des Neugeschäfts keine Auswirkung auf die Vertragsbestände haben. Um diese will sich die Ergo Direkt weiterhin selbst kümmern. Einen Run-off ihrer bestehenden Policen müssen die LV-Kunden des Direktversicherers nicht fürchten.

Weitere Sparten sind von den Maßnahmen nicht betroffen. So wird beispielsweise die Ergo Direkt Krankenversicherung ihre Tarife weiter uneingeschränkt anbieten.

Allerdings hat der Direktversicherer sein Portfolio erst kürzlich reduziert, indem er im vergangenen November seinen Kfz-Tarif eingestellt hat. Die teils auffälligen Beitragsunterschiede der Kfz-Tarife von Ergo und Ergo Direkt hatten im letztjährigen Kfz-Wechselgeschäft für Irritationen bei Kunden und Vermittlern gesorgt.

Mit dem Neugeschäft schwinden auch Arbeitsplätze

Mit der Abkehr vom Neugeschäft einher geht der sukzessive Abbau von 50 Arbeitsplätzen. Diese treffen allesamt den Standort in Nürnberg, an dem derzeit rund 1.700 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dies hatte Peter Stockhorst, Vorstandsvorsitzender des Direktversicherers, seinen Angestellten bereits am Mittwoch mitgeteilt.

Die 50 Stellen sollen, parallel zu der Maßnahme in den nächsten zwei Jahren, abgebaut werden. „Wir haben das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“, erklärte Amberg.

Neue Rolle für die Ergo Direkt

Sowohl der Abbau der Arbeitsplätze als auch die Einstellung des Neugeschäfts in den beiden Sparten hängt mit dem, im letzten Jahr vorgestellten, Strategieprogramm des Ergo-Konzerns zusammen. Dadurch sollen im gesamten Konzern bis 2021 rund 1.800 Vollzeitstellen eingespart werden.

Der Ergo Direkt wird dabei eine neue Rolle zuteil. Wie der Versicherer bereits am 1. November 2016 in einer Presseerklärung mitteilte, soll er zum sogenannten „Kompetenz-Zentrum Online“ umgebaut werden. Am Standort Nürnberg soll dann das gesamte Online-Geschäft des Ergo-Konzerns verantwortet werden.

Aufgeteilt wird dieses in drei Einheiten. So soll der Fachbereich Online Service die Kundenportale des Konzerns managen, der Fachbereich Customer Relationship Management alle Vertriebs- und Service-Kanäle zusammenführen und der Fachbereich Data Analytics durch die Auswertung von Kundendaten einen Mehrwert für die Versicherten schaffen. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare