Deutsche fragen nach Aktien und Fonds

Investmentfonds von Florian Burghardt

Spekulative Anlagen sind hierzulande im Aufwind. Das hat eine aktuelle Umfrage unter 2.000 Deutschen ergeben. Gefragt wurde außerdem, wie bAV, fondsgebundene Lebensversicherung und viele weitere Anlagen in der Gunst der Sparer stehen.

Der GfK-Verein hat das Sparverhalten der Deutschen untersucht.

Der GfK-Verein hat das Sparverhalten der Deutschen untersucht. Quelle: stux / Pixabay

Eigentlich wissen die Deutschen, wie sie ihr Geld anlegen wollen. Und auch über die mickrigen bis nicht vorhandenen Zinsen mancher Sparformen herrscht größtenteils Gewissheit. Trotzdem klaffen die Attraktivitäts-Einschätzung einer Anlage und ihre tatsächliche Nutzung hierzulande teilweise deutlich auseinander.

Das hat das Investmentbarometer 2017 des GfK-Vereins aus Nürnberg ergeben. Im Oktober und November letzten Jahres wurden dafür 5.000 private Finanzentscheider ab 14 Jahren aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und den USA befragt. Aus Deutschland stammen dabei 2.000 Befragte. Sie sollten angeben, welche Sparmöglichkeiten/Finanzprodukte sie selbst besitzen (Realität) und wie attraktiv sie die am Markt angebotenen Anlageformen einschätzen (Attraktivität), auch wenn sie diese nicht besitzen.

Hass-Liebe zum Sparbuch

Die Umfrage zeigt, dass die größte Diskrepanz zwischen Attraktivität und Realität beim Wohneigentum liegt. Während über drei Viertel der Deutschen ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung als attraktive Geldanlage einschätzen, verfügt tatsächlich weniger als die Hälfte von ihnen über die eigenen vier Wände. Dieser Unterschied mag aber unter anderem auch durch die stark gestiegenen Immobilienpreise begründet sein.

Beim Sparbuch ist es genau anders herum. Zwar haben vier von zehn Befragten Geld auf einem solchen deponiert, nur etwa jeder achte Deutsche schätzt diese klassische Form der Geldanlage aber als attraktiv ein. Damit sind sich die hiesigen Anleger mit den anderen befragten Ländern ziemlich einig. Lediglich in Großbritannien liegen Attraktivität (43 Prozent) und Realität (55 Prozent) des Sparbuchs nicht so weit auseinander.

Spekulative Geldanlagen im Aufwind

Interessante Erkenntnisse liefert das aktuelle Investmentbarometer auch für die tägliche Beratungsarbeit von Vermittlern. So finden sich Aktien und Investmentfonds derzeit auf den Plätzen sieben und acht (beide 20 Prozent) im Attraktivitäts-Ranking wieder.

Zwar haben zum jetzigen Stand nur 12 Prozent der Befragten in Aktien und 15 Prozent von ihnen in Investmentfonds investiert. Die Nachfrage nach diesen Produkten hat sich laut Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK-Vereins, seit 2011 aber mehr als verdoppelt.

bAV wächst langsam

Deutlich attraktiver als Aktien und Investmentfonds schätzen die Deutschen die betriebliche Altersversorgung (bAV) ein (42 Prozent). Auch hier attestiert der GfK-Verein mit Blick auf seine Umfragen der letzten Jahre eine steigende Nachfrage, was sich mit den aktuellen Zahlen des GDV deckt. Allerdings klafft hier noch eine deutliche Lücke zwischen Einschätzung und Realität. Nur 18 Prozent der Befragten haben derzeit eine bAV.

Beinahe das Schlusslicht im Attraktivitäts-Ranking bildet die fondsgebundene Lebensversicherung. Gerade einmal 13 Prozent der Anleger halten sie für attraktiv. In der Realität fällt das Urteil noch härter aus: Nur vier von einhundert Befragten verfügen noch über eine solche Police. Kein Anlageprodukt wird weniger genutzt.

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