BdV mahnt Versicherungsberater ab

Berater von Martin Thaler

Die Verbraucherschützer stoßen sich am erfolgsabhängigen Vergütungsmodell der Minerva KundenRechte GmbH. Dabei sorgt nicht nur die Höhe der Vergütung für Unmut beim BdV.

Stößt sich am Geschäftsmodell der Minerva: BdV-Chef Axel Kleinlein.

Stößt sich am Geschäftsmodell der Minerva: BdV-Chef Axel Kleinlein. Foto: BdV

Wenige Wochen, nachdem der Bund der Versicherten (BdV) die MLP abgemahnt hat, gibt es nun erneut Streit beim Thema Tarifwechselberatung. Diesmal geht es allerdings nicht um die grundsätzliche Rechtsfrage, ob ein Versicherungsmakler wie MLP überhaupt Tarifwechselberatung betreiben dürfe. Denn der Adressat der Abmahnung ist in diesem Fall die Minerva KundenRechte GmbH - dass diese als Versicherungsberater Tarifwechselberatung betreiben dürfen, ist auch für den BdV unstrittig. 

Anlass der Abmahnung sei vielmehr das konkrete Tarifwechsel-Geschäftsmodell der Versicherungsberatung, heißt es von Seiten des BdV. So sei das vom Kunden zu zahlende Honorar ersparnisbezogen und betrage mehr als das Sechsfache der monatlichen Ersparnis.  

Nicht nur die Höhe kritisiert der BdV dabei, sondern die erfolgsabhängige Vergütung im Allgemeinen. „Bei der Tarifwechselberatung handelt es sich um die Erbringung einer Rechtsdienstleistung. Daher unterliegt die Zulässigkeit der erfolgsabhängigen Vergütung den gleichen Voraussetzungen, die auch ein Rechtsanwalt zu beachten hat“, erläutert Kleinlein die Auffassung des BdV.

Und ein Rechtsanwalt dürfe ein Erfolgshonorar nur im Einzelfall und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen vereinbaren, heißt es. Bei Minerva sei es hingegen der Regelfall.  

Ein weiterer Kritikpunkt: Der Kunde werde für 24 Monate an die Vereinbarung „geknebelt“, müsse also auch Honorar zahlen, wenn er selbst und nicht Minerva die Umstellung seines Tarifes veranlasse. „Ein solches Geschäftsgebahren ist uns eine Abmahnung wert“, erklärte BdV-Chef Axel Kleinlein.  

Bei Minerva ist man sich hingegen keiner Schuld bewusst. Auf procontra-Nachfrage bestätigte Minerva-Geschäftsführer Nicola Ferrarese den Eingang des BdV-Schreibens – dieses weise Minerva-Geschäftsführer jedoch als „inhaltlich unrichtig“ zurück. Dieses habe man auch dem BdV „im Rahmen eines ausführlichen Schreibens“ mitgeteilt.

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