Zwei Versicherungen erleben steigende Nachfrage

Berater Meistgeklickt von Martin Thaler

Die Versicherungsbranche hat es derzeit nicht leicht, der Absatz von Kranken- sowie Lebensversicherungen stockt. Doch es gibt auch positive Entwicklungen zu beobachten, wie neue Zahlen verdeutlichen.

Uwe Laue und Volker Leienbach (v.l.n.r.)

Volker Leienbach (rechts im Bild) beobachtet einen Aufschwung bei Krankenzusatzversicherungen. Bild: procontra / Archiv

Der Absatz von Zahnzusatzversicherungen hat im vergangenen Jahr weiter zugelegt. 400.000 Verträge schlossen Kassenpatienten für ihre Zahnbehandlungen ab, berichtet die Funke Mediengruppe und beruft sich dabei auf Angaben des PKV-Verbands. „Dies bestätigt den langjährigen Trend zu mehr privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken“, erklärte ein Verbandssprecher gegenüber der Zeitungsgruppe.

Die steigende Nachfrage nach Zahnzusatzversicherungen ist kein gänzlich neues Phänomen, sondern seit einigen Jahren zu beobachten. So hat sich die Zahl der Zusatzversicherungen in den vergangenen Jahren beinahe verdoppelt auf mittlerweile 15,3 Millionen (Stand: Oktober 2016). Zurückzuführen ist die weiter steigende Nachfrage auf Reformen innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die die Zahnversorgung merklich einschränkten. Seit 2005 werden nur noch Festzuschüsse von der GKV bezahlt.

Pflegezusatz erlebt Zuwachs

Ebenfalls steigende Zahlen konnte der PKV-Verband innerhalb der Pflegezusatzversicherung beobachten. „2015 ist die Zahl der privaten Zusatzversicherungen von 2,48 auf 2,58 Millionen gestiegen. Und die neuesten Daten von Oktober 2016 zeigen einen weiteren Anstieg auf 2,66 Millionen, also ein Plus von insgesamt 7,3 Prozent“, erklärte Volker Leienbach gegenüber der Dortmunder „Ruhr-Zeitung“. Einen Zuwachs erlebt dabei auch der „Pflege-Bahr“, also die Variante, die vom Staat bezuschusst wird. Hier sei es 2015 zu einem Anstieg von 558.600 auf 683.600 Verträge gekommen, so Leienbach. Im Oktober 2016 seien es dann 755.000 Verträge gewesen. „Unterm Strich kommen wir damit aktuell auf 3,41 Millionen Pflegezusatzversicherungen“.

Leienbach mahnte zudem eindringlich, dass auch die zu Beginn dieses Jahres in Kraft getretene Reform innerhalb der Pflege nichts an der Vorsorgelücke ändern werde. „Die Pflegeversicherung zahlt einen Betrag, der die monatlichen Kosten nicht annähernd deckt“, so Leienbach. So würden, je nach Pflegegrad, Versorgungslücken zwischen 1.000 und 2.000 Euro entstehen.

Um den Verkauf von privaten Pflegezusatzversicherungen zu stärken, machte sich Leienbach für eine stärkere staatliche Förderung stark. Denn trotz steigender Absatzzahlen – noch immer, so die „Ruhr-Zeitung“, sind nur vier Prozent der Deutschen in puncto Pflege privat abgesichert.

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