Wohnimmobilien: Kaufpreisrallye setzt sich fort

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Weiter steigende Kaufpreise

Insgesamt lag der Fokus der Investitionen in den Topstandorten und Universitätsstädten sowie weiteren Städten, die eine dynamische sozioökonomische Entwicklung aufzeigen. Alleine in Berlin wurde über eine Milliarde Euro in Projektentwicklungen investiert. Der durchschnittliche Umsatz pro Transaktion lag mit 39 Millionen Euro in der mittleren Größenklasse bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 3.520 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Trotz gestiegener Wohnbaugenehmigungen und damit verbunden steigenden Fertigstellungszahlen im Geschosswohnbau reicht das Angebot bei Weitem nicht aus, um die Nachfrage durch starke Bevölkerungszuwächse in den Ballungsräumen zu decken. Die Angebotsknappheit und die Ausweichbewegung in Neubauentwicklungen äußerten sich insgesamt in einem weiteren Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr. Bei den registrierten Portfoliotransaktionen erhöhte sich der durchschnittliche Kaufpreis pro Quadratmeter Wohnfläche auf 1.490 Euro und lag um 35 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor. Auch der erzielte Kaufpreis pro Wohneinheit lag um 35 Prozent höher und notierte im Durchschnitt 92.810 Euro pro Wohneinheit.

Interesse an Studentenwohnheimen

Neben dem steigenden Interesse an Projektentwicklungen rücken andere Nutzungsformen wie Studentenwohnheime und Mikroapartments in den Blickwinkel der Investoren. „Als relativ sichere Wertanlage und aufgrund der guten Wachstumsaussichten bescherte das gestiegene Anlageinteresse dem deutschen Wohninvestmentmarkt bei rund 8.100 gehandelten Wohnheim-Apartments ein Transaktionsvolumen von über 900 Millionen Euro“, so Linsin. Im Segment der Studentenwohnheime erwartet CBRE in den kommenden Jahren eine fortschreitende Marktreifung und damit auch ein weiter steigendes Transaktionsvolumen.

Angebotsknappheit hält an

Neben einer fortschreitenden Portfoliooptimierung der großen Bestandshalter und der Konzentration auf ihre Kernmärkte wird die Angebotsknappheit in den Ballungsräumen das beherrschende Thema auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt 2017 sein. Infolgedessen werden anhaltende Ausweichbewegungen auf Standorte außerhalb der Topstandorte sowie auf Projektentwicklungen als Treiber des Investmentvolumens für Wohnportfolios gelten. Es ist davon auszugehen, dass der Wettbewerb um die präferierten Objekte weiter zunehmen und die Preise weiter steigen werden. „Mit der stabilen wirtschaftlichen Lage hierzulande und der zunehmenden politischen Unsicherheit im europäischen Ausland werden im kommenden Jahr verstärkt internationale Investoren auf den deutschen Wohnimmobilienmarkt drängen“, sagt Linsin.

 

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