Watson kommt, Mitarbeiter gehen

Digital von Martin Thaler

Der japanische Versicherer Fukoko Mutual Life Insurance setzt in Zukunft auf die Watson-Technologie. Das hat die Kündigung zahlreicher Mitarbeiter zur Folge. Auch in Deutschland wird Watson bereits ausprobiert.

Ein japanischer Versicherungskonzern führt das Computersystem Watson ein und entlässt dafür zahlreiche Mitarbeiter.

Ein japanischer Versicherungskonzern führt das Computersystem Watson ein und entlässt dafür zahlreiche Mitarbeiter. Foto: Ilan Amith - fotolia.com

Roboter statt menschliche Mitarbeiter: Was einst nach ferner Zukunftsmusik klang, wird beim japanischen Versicherer Fukoko Mutual Life Insurance jetzt Realität. Wie das Internetportal heise.de mit Verweis auf die japanische Tageszeitung „Mainichi“ berichtet, will das Versicherungsunternehmen knapp 30 Prozent seiner Angestellten im Bereich Schadensbemessung entlassen. Stattdessen soll hier künftig das Künstliche-Intelligenz-System aus dem Hause IBM namens Watson übernehmen.  

Dieses soll in Zukunft zwei Aufgaben übernehmen: So fällt zum einen die Auswertung für die Auszahlung relevanter Dokumente von Ärzten und Krankenhäusern in seinen Aufgabenbereich. Zudem sollen die Verträge der Versicherten überprüft werden, ob Sonderklauseln greifen, die die Höhe der Auszahlungen betreffen.  

Mit der Watson-Einführung will der Versicherer Geld einsparen. Wie die japanische Zeitung vorrechnet, belaufen sich die Anschaffungs- und Einrichtungskosten von Watson auf rund 1,6 Millionen Euro. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten in Höhe von 120.000 Euro. Hingegen hofft das Unternehmen, Personalkosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro einsparen zu können.  

Und in Deutschland? Hier wird die selbst lernende Watson-Technologie derzeit bereits von der Versicherungskammer Bayern (VKB) im Rahmen des Beschwerdemanagements erprobt. „Watson wird uns ab dem Jahreswechsel 2016/17 unterstützen“, erklärte Isabella Martorell Nassl, Bereichsleiterin Betrieb der VKB gegenüber procontra. „Das System soll aus den Kundenanschreiben Unmut erkennen oder einen Angebotswunsch herauslesen. So können wir noch kundenorientierter und schneller reagieren.“ So wertet Watson die Aussagen der Kunden aus, interpretiert sie und ordnet sie den jeweiligen Sachbearbeitern zu. Selbst Ironie soll dabei erkannt werden. Arbeitsplätze solle die Einführung des Programms bei der VKB indes nicht kosten. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare