Statistik: Wer hat wieviel veruntreut?

Berater Top News von Martin Thaler

Versicherungen meldeten für 2015 Veruntreuungen in Höhe von rund 15 Millionen Euro. Auch Makler sollen hierfür verantwortlich sein – die Hauptschuld tragen jedoch andere.

Makler sollen Millionen veruntreut haben

Versicherungsvermittler sollen Millionen Euro veruntreut haben (Symbolbild). Bild: Fotolia / drubig-photo

Versicherungsmakler sollen 2015 knapp 3,3 Millionen Euro veruntreut haben – dies ergibt sich zumindest aus der BaFin-Statistik zu Erstversicherungsunternehmen, die die Finanzaufsicht im Dezember vorlegte.

Dieser zufolge gaben Versicherungen für das Jahr 2015 Veruntreuungen in Höhe von 15,4 Millionen Euro an – deutlich mehr als noch 2014 (12,8 Millionen). Insgesamt 414 Personen sollen an diesen Veruntreuungen beteiligt gewesen sein.

Für die höchsten Veruntreuungen wurden 2015 jedoch nicht Makler verantwortlich gemacht, sondern gebundene Vermittler. Diese wurden insgesamt für Veruntreuungen in Höhe von knapp zehn Millionen Euro verantwortlich gemacht – allein knapp 8,4 Millionen fielen hierbei auf den Bereich Lebensversicherungen. Die Bereiche Schaden- und Unfallversicherung (1.555.053 Euro) und Krankenversicherung (32.498) folgten.

Auch bei den Maklern zugeschriebenen Veruntreuungen liegt der Bereich Leben klar vorne. Hier kam eine Summe von 2.379.739 Euro zusammen. Auf die Bereiche Schaden-/Unfall bzw. Krankenversicherung entfielen Beträge in Höhe von 927.357 bzw. 28.099 Euro.

2014 waren Makler noch für Veruntreuungen in Höhe von 4,3 Millionen Euro verantwortlich gemacht worden.

Anzumerken bleibt hierbei, dass es sich bei den angegebenen Summen lediglich um von den Versicherern gemeldete Schadensummen handelt, wie die BaFin auf procontra-Nachfrage klarstellte. Diesen müsste kein Gerichtsurteil zugrunde liegen. Die Meldungen der Versicherer erfolgten auf Grundlage einer Sammelverfügung der BaFin.

In dieser wurden die Versicherer aufgefordert, Unregelmäßigkeiten ihres Außen- und Innendienstes zu melden. Was hierunter zu verstehen ist, erläutert die BaFin auch: „Als Unregelmäßigkeiten im Sinne dieser Anordnung gelten alle strafbaren Handlungen einschließlich strafbarer Versuche aus Eigentums- und Vermögensdelikten, wie z. B. Diebstahl, Betrug, Untreue, Unterschlagung von Inkasso-Geldern und Computermanipulationen, die z. B. zur Verbuchung von Drittgeldern auf Konten des Vermittlers führen.“

Weiterhin, und hier kommen dann die Makler ins Spiel, fallen auch Provisionserschleichungen hierunter, beispielsweise durch das Fälschen von Anträgen oder die Aufnahme von Anträgen nach bewusster Fehlinformation des Versicherungsnehmers unter Inkaufnehmen einer Stornierung in absehbarer Zeit.

Ob Makler nun aber wirklich für Provisionserschleichungen in Höhe von 3,3 Millionen Euro verantwortlich sind, sei dahingestellt. Denn um vermeintliche Provisionserschleichungen gegenüber der BaFin anzugeben, reichte den Versicherern der Verdacht. „Das Ergebnis von Ermittlungen oder die endgültige Schadenshöhe sind nicht abzuwarten“, heißt es abschließend in der BaFin-Sammelverfügung.

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