Lebensversicherungen mit Minus, Sachsparte im Aufwind

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Der GDV hat die Versicherungszahlen für das Jahr 2016 vorgelegt. Insgesamt stieg die Zahl der Versicherungsverträge auf über 430 Millionen. Rückschläge mussten die Versicherer indes im Bereich Leben verzeichnen.

Der GDV hat die Zahlen für das Versicherungsjahr 2016 vorgelegt.

Der GDV hat die Zahlen für das Versicherungsjahr 2016 vorgelegt. Foto: adriankirby - pixabay.de

Stabile Zahlen konnte an diesem Donnerstag Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz des Verbands verkünden. „Die deutschen Versicherer stehen für Stabilität in Zeiten des Umbruchs“, erklärte Erdland aufgrund eines Beitragsplus von 0,2 Prozent bei den Beitragseinnahmen für das Jahr 2016. Damit liegen diese mittlerweile bei 194,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Verträge legte um 0,5 Prozent auf nun 431 Millionen Stück zu, 2015 waren es noch 428,8 Millionen gewesen.  

Rückläufig waren die Beiträge weiterhin im Bereich der Lebensversicherungen. Hier verringerten sich die Einnahmen aus laufenden Beiträgen um 0,5 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro, bei den Einmalbeiträgen ging es um 6,1 Prozent auf 26,3 Milliarden hinunter. Somit steht für die Lebensversicherer insgesamt ein Beitragsminus von 2,2 Prozent in den Büchern. Die Zahl der Lebensversicherungsverträge sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf nun 89,4 Millionen Stück (2015: 91 Millionen).  

„Angesichts der niedrigen Zinsen, der demografischen Entwicklung und mancher politischen Verunsicherung ist das Ergebnis der Lebensversicherer durchaus respektabel“, sagte Erdland.   

Zulegen konnten auch im vergangenen Jahr wieder Produkte der „Neuen Klassik“, also abgewandelte Garantieprodukte im Bereich der Lebensversicherungen. Auf diese Produkte entfielen 46 Prozent des Neugeschäfts, 2015 waren es noch 37 Prozent gewesen.  

bAV-Verträge legen zu

Ein Plus war indes im Bereich der betrieblichen Altersversorgung feststellbar: Die Zahl der Verträge legte um 1,2 Prozent auf 15,5 Millionen Stück zu. Zwar gab es beim Beitragsvolumen einen Rückgang von 4,2 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro, dieser sei laut Erdland jedoch mit einem Sondereffekt zu begründen: „den außerordentlich starken Neuzugang bei den Pensionfonds im Jahr 2015, weil deutlich mehr Unternehmen ihre Direktzusagen per Einmalbeitrag in Versicherungslösungen ausgegliedert hatten“.  

Insgesamt hätte der Anteil der bAV an den Beitragseinnahmen im Bereich Leben über die vergangenen Jahre jedoch stark zugelegt: Lag dieser 2000 noch bei 12,7 Prozent, waren es 2016 bereits 20,2 Prozent.   Ein deutliches Plus konnten die deutschen Schaden- und Unfallversicherer verzeichnen – sowohl bei der Anzahl der Verträge als auch bei den Einnahmen. Die Vertragsanzahl stieg um 1,1 Prozent gegenüber 2015 auf 307,7 Millionen Stück, bei den Einnahmen konnte ein Plus von 2,9 Prozent auf 66,3 Milliarden Euro verzeichnet werden.  

Vor allem die beiden größten Bereiche Kraftfahrt– und Sachversicherung wuchsen. Im Bereich KfZ wuchs das Beitragsvolumen um 2,5 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro, bei den Sachversicherungen fielen die Einnahmen mit 18,7 Milliarden Euro um 3,7 Prozent höher aus als noch 2015.  

Doch auch die Leistungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr zu: in der KfZ-Versicherung um 3,9 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro, in der Sachsparte um 6,8 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro. Der deutliche Zuwachs im Bereich Sach ist dabei vor allem auf die Unwetterereignisse im Frühjahr vergangenen Jahres zurückzuführen, hieß es.   Der deutlichen Leistungszuwächse zum Trotz: Die Schaden-Kosten-Quote lag auch 2016 bei 96 Prozent – unverändert zum Vorjahr. Der versicherungstechnische Gewinn ging aber von 2,5 auf 2,3 Milliarden Euro zurück. 

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