Kompositversicherer planen Milliardeninvestitionen

Versicherungen von Martin Thaler

Bei der Digitalisierung wollen viele Versicherer aus dem Kompositbereich nun aufs Gas drücken. Insgesamt 2,7 Prozent ihrer Beitragseinnahmen wollen laut einer Studie die Versicherer investieren.

Augen in Richtung Zukunft gerichtet: Viele Kompositversicherer wollen in Zukunft verstärkt in den Bereich Digitalisierung investieren.

Augen in Richtung Zukunft gerichtet: Viele Kompositversicherer wollen in Zukunft verstärkt in den Bereich Digitalisierung investieren. Foto: andreas160578 - pixabay.de

Am Thema Digitalisierung kommt wohl kein Versicherer vorbei – nur das Tempo, mit dem diese vonstattengeht, müssen sie selbst bestimmen. Während in Japan zuweilen bereits eher auf Künstliche Intelligenz als auf menschliche Mitarbeiter gesetzt wird, ist Digitalisierung in Deutschland oftmals bislang lediglich Diskussionsthema.  

Das soll sich jedoch ändern, wie die Digital Operations Studie 2016 des Beratungshauses EY Innovalue zeigt. Dieser zufolge beabsichtigen Versicherer in den SHUK-Sparten (Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtversicherung), rund 1,7 Milliarden Euro in die Digitalisierung ihrer Prozesse zu investieren. Das sind - bei befragten 17 Unternehmen - umgerechnet 2,7 Prozent derer Beitragseinnahmen. 

„Digitalisierte Prozesse können im Versicherungsbetrieb zu hohen Effizienzsteigerungen führen. Dafür sind jedoch erhebliche Investitionen nötig sowie eine Bereitschaft der Mitarbeiter, sich auf diese neuen Prozesse einzulassen und sich ihnen anzupassen. Daran mangelt es in vielen Unternehmen“, sagt Dr. Stephan C. Maier, Managing Director bei EY Innovalue und dort Leiter des Kompetenzcenters Operations.  

Diese Erkenntnis ist auch bei vielen Versicherern mittlerweile angekommen, an der Umsetzung hapert es dennoch. Zwar gaben 75 Prozent der befragten 17 Unternehmen an, der automatischen Schadenprüfung, der automatischen materiellen Deckungsprüfung (bei Frequenzschäden) und der automatischen Prüfung von Gutachten sowie Rechnungen eine hohe Relevanz für die Zukunft beizumessen – eine baldige Umsetzung sei jedoch oftmals ungewiss. So werde bei 69 Prozent der befragten Unternehmen noch diskutiert, ob und wie Gutachten und Rechnungen überhaupt automatisch geprüft werden können.

Aufholen wollen in dieser Hinsicht vor allem kleinere Versicherer.  Diese schätzen sich beim Thema Digitalisierung als eher rückständig ein, wollen diesen Rückstand aber in naher Zukunft aufholen. Bis 2020 streben sie dafür laut Studie deutlich größere Umsetzungsschritte als der Marktdurchschnitt an. 

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