Hufeld: Die drei großen Themen für 2017

Versicherungen Top News von Martin Thaler

"Der Druck steigt", erklärte Bafin-Chef Felix Hufeld im Hinblick auf die deutschen Lebensversicherer und das andauernde Zinstief. Welche Themen in diesem Jahr ebenfalls von großer Bedeutung sein werden, lesen Sie hier.

Nannte die drei dominierenden Themen für 2017: Bafin-Chef Felix Hufeld.

Nannte die drei dominierenden Themen für 2017: Bafin-Chef Felix Hufeld. Foto: Bafin

Die niedrigen Zinsen bringen die deutschen Lebensversicherer zunehmend in Bedrängnis. Zwar sei die Großzahl der Unternehmen für eine länger anhaltende Zinsdurststrecke gerüstet, erklärte Bafin-Chef Felix Hufeld auf dem Neujahrsempfang der deutschen Finanzaufsicht. So hätten die Versicherer mehr Eigenkapital angesammelt, ihre Überschussbeteiligungen gesenkt und neue Garantieformen eingeführt.  

„Was auf die Branche im Durchschnitt zutrifft, muss aber für einzelne Unternehmen – zumal die schwächeren – nicht unbedingt gelten“, warnte Hufeld jedoch und mahnte: „Der Druck steigt“. So könnten eher schwächelnde Lebensversicherer in Zukunft auf Kapitalspritzen seitens ihrer Eigentümer angewiesen sein. Für die Bafin heißt das laut Hufeld: „Wir bewegen uns nach wie vor zunehmend im Modus der ,intensivierten Aufsicht’.“  

Neben dem Zinstief machte Hufeld für 2017 zwei weitere dominierende Themenfelder aus. Zum einen das Thema Regulierung, welches durch MiFID II und Solvency II bestimmt wird. Hier mahnte Hufeld bei der Regulierung zu Augenmaß. „Wir laufen möglicherweise Gefahr, in der Verhaltensregulierung eine Regelungsdichte und Komplexität zu schaffen, mit der die flächendeckende Versorgung mit Finanzprodukten fraglich werden könnte. Das kann kein vernünftiges regulatorisches Ziel sein.“  

Würden die Rechtsrisiken Überhand nehmen, werde es unattraktiv, Finanzprodukte anzubieten, mahnte Hufeld. „Den Verbrauchern wäre damit sicher nicht geholfen.“  

Als drittes wichtiges Thema für 2017 gilt für den Bafin-Chef die Digitalisierung. Diese bezeichnete Hufeld als „schöpferische Zerstörung, die – wie es der Begriff suggeriert – auch Chancen bietet. „Es wird spannend sein zu beobachten, was diese schöpferische Zerstörung mit den Geschäftsmodellen der Banken und Versicherer machen wird.“  

So hätten Versicherer verstärkt die Möglichkeit, immer größere Datenmengen zu erfassen, auszuwerten und hieraus genauere Tarife zu entwickeln. „Was regulatorisch durchaus sinnvoll und gewollt ist, könnte in letzter Konsequenz allerdings den Kollektivgedanken auf die Probe stellen“, gab Hufeld zu bedenken.   Gleichzeitig entstünden durch diese neuen Chancen allerdings auch neue Risiken bzw. Herausforderungen.

Hier nannte Hufeld an erster Stelle die Sicherheit der zunehmenden Flut an Kundendaten. „Diese Sicherheit dauerhaft zu gewährleisten, ist eine immense Herausforderung – für traditionelle Anbieter ebenso wie für Fintechs. Denn was heute als sicher gilt, kann morgen schon Einfallstor für Cyberangriffe sein.

Die komplette Rede von Felix Hufeld finden Sie hier. 

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