GKV-Pflicht für Beamte würde Milliarden sparen

Versicherungen Meistgeklickt von Martin Thaler

Und wie sind die von der Stiftung vorgerechneten Einsparungen nun möglich? Über die Einsparung von Beihilfen. Denn bei den Beamten werden im Krankheitsfall die Kosten zum einen durch die Versicherung, zum anderen durch die sogenannten Beihilfen vom Dienstherren übernommen. Diese betragen nach Familiensituation und Bundes- oder Landesrecht des Versicherten bis zu 70 Prozent. Allein 2014 gaben Bund und Länder 11,9 Milliarden für die Beamtenbeihilfe aus – und nehmen weiter zu.

  

Die Bertelsmann-Stiftung hat errechnet, dass die Beihilfekosten des Bundes bis 2030 um 46 Prozent ansteigen werden. Bei den Ländern werden sogar Mehrkosten von 83 Milliarden erwartet. Das würde bedeuten, dass Bund und Länder 2030 insgesamt 20,2 Milliarden Euro zu zahlen hätten. Insbesondere Bundesländer könnten entlastet werden – und zwar fast alle. Besonders profitieren würden Nordrhein-Westfalen und Bayern. Nur Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen würden weiter geringfügig belastet (siehe Grafik). 

Zwar müssten Bund, Länder und Kommunen bei einem Wechsel ihrer Beamten in die GKV in Zukunft den Arbeitgeberanteil zahlen – dies käme Sie nach Berechnungen der Bertelsmann-Stiftung jedoch wesentlich billiger.  

Auch gesetzlich Versicherte allgemein würden durch die GKV-Pflicht für Beamte profitieren, rechnet die Stiftung vor. Durch die zusätzlich gesetzlich krankenversicherten Beamten könnte ein positiver Saldo von 3,4 Milliarden Euro (Mehrausgaben: 12 Milliarden Euro, Mehreinnahmen: über 15 Milliarden Euro) erwirtschaftet werden. Auf diese Weise wäre es möglich, die Krankenversicherungsbeiträge um 0,34 Prozentpunkte zu senken.

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