GKV-Pflicht für Beamte würde Milliarden sparen

Versicherungen Meistgeklickt von Martin Thaler

Im Wahljahr 2017 nimmt die Diskussion um die Bürgerversicherung wieder Fahrt auf. Nun bekommen die Befürworter Unterstützer aus einer eher ungewöhnlichen Ecke.

Die Beihilfekosten für Bund und Länder werden bis 2030 stark zunehmen.

Die Beihilfekosten für Bund und Länder werden bis 2030 stark zunehmen. Bild: Bertelsmann-Stiftung

2017 ist Wahljahr – und für einige Parteien bietet das die Gelegenheit, das Konzept der Bürgerversicherung wieder aus dem Schrank zu holen. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung legte jüngst dar, wie die der Übergang in die Bürgerversicherung vonstattengehen könnte. Gegenwind gibt es naturgemäß vom PKV-Verband, der nicht müde wird, die vermeintlichen Vorzüge des dualen Systems in der Krankenversicherung zu betonen.  

Nun bekommen SPD sowie die weiteren Unterstützer der Bürgerversicherung ungewöhnliche Rückendeckung – und zwar in Form der Bertelsmann Stiftung. Diese hat eine neue Studie veröffentlicht, der Titel: „Krankenversicherung für Beamte und Selbstständige“.  

Es geht  folglich um eine der wichtigsten Gruppen innerhalb der Privaten Krankenversicherung – schließlich seien 85 Prozent der berufstätigen bzw. pensionierten Beamten privat krankenversichert: Das sind drei Millionen Menschen.  

Würden diese aber in die Gesetzliche Krankenkasse überführt, könnte der Staat hierdurch 60 Milliarden Euro bis 2030 sparen, rechnet die Stiftung vor – allein im ersten Jahr kämen Einsparungen in Höhe von drei Milliarden Euro zustande.  Und zwar folgendermaßen: Beamte, die weniger als 57.600 Euro verdienen, sollen fortan in die Gesetzliche Krankenversicherung kommen. Dies wären nach Einschätzung der Bertelsmann-Forscher 67 Prozent der bislang privat versicherten Staatsbediensteten in Arbeit und Ruhestand. Diejenigen mit höherem Einkommen haben weiterhin die Wahl, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern wollen.  

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