Gefährden fehlende Rauchmelder den Versicherungsschutz?

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Seit Jahresbeginn gilt in Nordrhein-Westfalen die Rauchmelder-Pflicht auch für Bestandsbauten. Besteht bei Nichtbeachtung im Schadensfall kein Versicherungsschutz? procontra ging der Sache nach.

In Nordrhein-Westfalen besteht seit Jahresbeginn auch für Bestandsgebäude eine Rauchmelderpflicht.

In Nordrhein-Westfalen besteht seit Jahresbeginn auch für Bestandsgebäude eine Rauchmelderpflicht. Foto: Michael Stifter - fotolia.com

Der Jahreswechsel bringt auch immer eine Vielzahl neuer Regeln bzw. gesetzlicher Änderungen mit auf den Weg. So gilt seit dem 1. Januar 2017 in Nordrhein-Westfalen unter anderem die Rauchmelder-Pflicht – und zwar nicht nur in Neubauten (hier gilt sie bereits seit 2014), sondern in allen Gebäuden, also auch Bestandsbauten.  

Die Rauchmelder-Pflicht, die einen Rauchmelder in allen Schlaf- und Kinderzimmern sowie Fluren, die als Rettungswege gelten, vorsieht, ist auch in den meisten anderen Bundesländern Standard. Durch den Einbau der Geräte sollen vor allem Leben gerettet werden.  

Doch was bedeuten sie für den Versicherungsschutz? In vielen Medien ist zu lesen, dass bei Nichtbeachtung im Schadensfall kein Versicherungsschutz besteht. Und tatsächlich: In vielen Versicherungsverträgen lässt sich folgende Klausel finden, die exemplarisch in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für Wohngebäudeversicherungen vom Branchenverband GDV vorformuliert wurde.  

Unter Paragraph 8 in Abschnitt B heißt es hier zu den Obliegenheiten des Versicherungsnehmers: „Vertraglich vereinbarte Obliegenheiten, die der Versicherungsnehmer vor Eintritt des Versicherungsfalles zu erfüllen hat, sind: die Einhaltung aller gesetzlichen, behördlichen sowie vertraglich vereinbarten Sicherheitsvorschriften.“ Dies beinhaltet auch die Rauchmelder-Pflicht, die in den jeweiligen Landesbauverordnungen festgehalten sind.  

Ist der Versicherungsschutz also passé ohne Rauchmelder? Nachfrage beim Branchenverband GDV. „Rauchmelder sollen Leben retten, der Schutz von Sachschäden ist dabei zweitrangig“, heißt es auf procontra-Nachfrage. Zwar müsse der Versicherungsnehmer alle bestehenden gesetzlichen und behördlichen Sicherheitsregelungen beachten, wozu auch die Rauchmelderpflicht gehören kann.

„Praktisch gibt es aber keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz, weil der fehlende oder unsachgemäß betriebene Rauchmelder für den Schaden bzw. die Schadenhöhe ursächlich sein müsste. Ein solcher Zusammenhang kann in der Regel nicht hergestellt werden“, heißt es weiter vom GDV. Dies würden auch die bisherigen Schadenserfahrungen zeigen. „Fälle, in denen ein fehlender oder unsachgemäß betriebener Rauchmelder negativen Einfluss auf die Entschädigung eines versicherten Sachschadens hatte, sind uns nicht bekannt.“  

Seite 1: Rauchmeldergebot und der Versicherungsschutz
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