Deutsche zahlen Milliarden für Zahnersatz

Berater von Martin Thaler

Für gesunde und schöne Zähne sind Deutsche bereit, immer tiefer in die eigene Tasche zu greifen. Denn Zahnersatz wird immer teurer. Viele Deutsche reagieren darauf - jedoch auf unterschiedliche Art und Weise.

Ein schönes Lächeln ist vielen Deutschen wichtig. Dafür sind Sie bereit, immer tiefer in die eigenen Taschen zu greifen.

Ein schönes Lächeln ist vielen Deutschen wichtig. Dafür sind Sie bereit, immer tiefer in die eigenen Taschen zu greifen. Foto: aleksandra85foto - pixabay.de

Wer schöne und vor allem gesunde Zähne haben will, muss dafür immer tiefer in die Tasche greifen. Dies geht aus neuen Daten hervor, die das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann veröffentlichte. Ließen sich private Haushalte ihren Zahnersatz 2005 (Material- und Lagerkosten) 2,62 Milliarden Euro kosten, waren es 2014 bereits 3,14 Milliarden Euro.

Diese Zahlen spiegeln den Boom wieder, den private Zahnzusatzversicherungen in den vergangenen Jahren erfahren haben. So hat sich die Zahl der Zahnzusatzversicherungen in den vergangenen Jahren beinahe verdoppelt, auf mittlerweile 15,3 Millionen Verträge (Stand: Oktober 2016). Allein 2016 waren rund 400.000 Verträge abgeschlossen worden.

Denn Zahnersatz kann für die Betroffenen richtig ins Geld gehen – insbesondere seit die Gesetzliche Krankenversicherung seit 2005 für Brücken und Kronen nur noch Festzuschüsse bezahlt. Der Eigenanteil der Patienten ist dabei in den vergangenen Jahren zunehmend gestiegen, wie die „WAZ“ berichtet und sich dabei auf Angaben der Barmer-Krankenkasse beruft.

So mussten Patienten im Schnitt 724 Euro für ihren Zahnersatz dazuzahlen – 2014 waren es dann bereits 854 Euro. Dies sind Zahlen, die sich aus den Heil- und Kostenplänen ergeben, mit denen Zahnärzte eine Behandlung bei den Krankenkassen beantragen müssen. Experten schätzen, dass die tatsächlichen Kosten für die Patienten noch höher ausfallen, da diese sich oft für eine bessere Versorgung entscheiden. Diese werden zentral aber nirgends erfasst.

Die hohen Kosten für die Patienten spiegeln sich in einer Haushaltsbefragung („Leben in Europa“) des Statistischen Bundesamtes wider. In dieser gaben 48,3 Prozent der Befragten an, den Gang zum Zahnarzt allein aus finanziellen Gründen zu scheuen.

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