Darum stagniert der Markt für geschlossene AIF

Sachwerte von Martin Thaler

Lediglich 24 Publikums-AIF wurden 2016 zugelassen, das sind sieben weniger als noch 2015. Die Gründe hierfür hat das Analysehaus Scope untersucht.

Der Markt für AIF tritt derzeit auf der Stelle.

Der Markt für AIF tritt derzeit auf der Stelle. Foto: tpsdave - Pixabay.de

Die Zinsen sind so niedrig wie noch nie und viele Investoren suchen nach alternativen Anlageklassen. Doch auf dem Markt für geschlossene Publikums-AIF macht sich dieser Trend bislang jedoch nicht bemerkbar.  

Denn bei den geschlossenen Publikums-AIF stockt es: So wurden nach Angaben des Analysehauses Scope 2016 nur 24 geschlossene Fonds von der deutschen Finanzaufsicht zugelassen. Auch beim geplanten Eigenkapitalvolumen tritt die Entwicklung auf der Stelle. Insgesamt betrug dieses 2016 1,04 Milliarden Euro, im Jahr zuvor waren es 1,03 Milliarden gewesen. Um diese Zahlen einmal wirken zu lassen: 2012, bevor der neue regulatorische Rahmen eingeführt worden war, betrug das emittierte Eigenkapitalvolumen noch 4,2 Milliarden Euro.  

Wirklich aktiv zeigten sich nur wenige Emittenten: WealtCap brachte im abgelaufenen Jahr zwei Fonds mit einem geplanten Eigenkapitalvermögen von insgesamt 217 Millionen Euro auf den Markt, Patrizia Grundinvest legte drei Fonds auf mit einem geplanten Eigenkapitalvolumen von insgesamt 104 Millionen Euro.  

Dominierende Assetklasse war 2016 eindeutig der Beriech Immobilien. Gleich 17 der 24 zugelassenen Publikums-AIF investierten in Immobilien. 

Wie kommt es zur Stagnation?

Wie kommt es also zu dieser Stagnation? Laut den Scope-Analysten gibt es einige Gründe. So herrschen bei vielen Vertrieben immer noch große Zweifel gegenüber alternativen Investmentfonds. Anbieter würden sich aus diesem Grund eher auf Produkte für institutionelle Investoren fokussieren.  

Auch die durch das große Interesse an alternativen Assets hervorgerufene Konkurrenz unter Investoren wird als weiterer Stagnations-Grund genannt:  Diese treibe die Preise und führe zu sinkenden Renditen für Sachwerte. So würde die Konzeption geschlossener Publikums-AIF erschwert, so Scope.  

Auch die für Ein-Objekt-Fonds geltenden höheren regulatorischen Anforderungen im Vertrieb werden als weiterer Grund genannt. Vertriebe, vor allem Banken würden deshalb verstärkt auf Mehr-Objekt-Fonds setzen. Die Konzeption solcher Fonds gilt jedoch im Hinblick auf die Knappheit geeigneter Assets als äußerst anspruchsvoll.  

Und 2017? Hier erwartet Scope lediglich einen leichten Anstieg im Bezug auf die Anzahl der emittierten Fonds, geht zudem aber auch von sinkenden durchschnittlichen Fondsvolumina aus. Das Eigenkapitalvolumen werde in diesem Jahr nicht zulegen, so die Scope-Analysten. 

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