BdV knöpft sich MLP vor

Berater Meistgeklickt von Stefan Terliesner

Der Vorwurf der Verbraucherschützer: unerlaubte Tarifwechselberatung gegen Honorar. Das dürfen nur Versicherungsberater, meint der Bund der Versicherten (BdV).

Der BdV (Bild: BdV-Chef Axel Kleinlein) prüft nun, ob er gerichtliche Hilfe in Anspruch nimmt.

Der BdV (Bild: BdV-Chef Axel Kleinlein) prüft nun, ob er gerichtliche Hilfe in Anspruch nimmt. Foto: BdV

Der Bund der Versicherten (BdV) prüft rechtliche Schritte gegen den Finanzdienstleister MLP. Nach Auffassung des BdV darf MLP als Makler keine Tarifwechselberatung in der privaten Krankenversicherung (PKV) durchführen - „erst recht nicht gegen gesondertes Honorar“. Laut einer Pressemitteilung des BdV dürfen dies nur Versicherungsberater gemäß § 34e Gewerbeordnung.  

Nur als Nebenleistung erlaubt  

MLP aber werbe auf seiner Homepage mit dem PKV-Tarifwechsel und nehme für die Recherche von Tarifoptionen und die anschließende Beratung eine erfolgsabhängige Vergütung - auch „Servicepauschale“ genannt. Doch Versicherungsmakler dürfen nach Ansicht des BdV eine Tarifwechselberatung nur als Nebenleistung der Versicherungsvermittlung anbieten. Das Geschäftsmodell der MLP sieht jedoch eine ausschließliche Beratung außerhalb der Vermittlung vor.  

Darüber hinaus dürfen sie sich von einem Verbraucher kein gesondertes Honorar versprechen lassen. Weil MLP eine geforderte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung nicht abgegeben habe, prüfe der BdV nun, ob er gerichtliche Hilfe in Anspruch nimmt. 

Ein Sprecher von MLP teilte auf Anfrage mit: "Die Kritik des BdV können wir nicht nachvollziehen. Sie bezieht sich auch nicht auf die Beratungsleistung als solche. Stattdessen wird hier lediglich die Frage des gewerberechtlichen Status aufgeworfen. Das Vorgehen des BdV überrascht uns auch insofern, als dass wir mit unserem Angebot den bis dato im Markt anzutreffenden Wechselberatungen Ende 2015 ganz gezielt ein kundenfreundliches gegenübergestellt haben. So fällt bei uns eine Servicepauschale an - und diese auch nur im Erfolgsfall."

Ein brisantes Thema  

Der BdV reibt sich seit längerem an der Tarifwechselberatung. Ende 2015 hatte er von der Deutschen Gesellschaft für Privatpatienten (DGPF) eine Unterlassungserklärung erwirkt. Damals ging es um Werbe-Flugblätter in Zeitschriften. Das Unternehmen hätte unter anderem auf seien Tätigkeit als Versicherungsmakler hinweisen müssen, kritisierte damals der BdV. Procontra berichtete darüber.  

Auf mögliche Konflikte von Makler mit dem Rechtsdienstleistungsgesetz wurde an dieser Stelle zuletzt im April 2016 hingewiesen. Auch sonst ist das Thema heikel: Deshalb hatten sich die Anbieter von PKV-Policen 2014 auf einen Verhaltensleitfaden zur Tarifwechselberatung verständigt, der vollumfänglich seit 2016 einzuhalten ist. Der BdV hatte damals die Initiative begrüßt, gleichzeitig aber bedauert, dass sich nur gut die Hälfte der PKV-Verbandsmitglieder beteiligen.

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