Was Jungmakler heute anders machen

Berater Top News Meistgeklickt von Martin Thaler

Deutschlands Makler klagen über Nachwuchsmangel. Doch dieser stellt für junge Makler auch eine Chance dar. Mit neuen Konzepten sorgen sie für frischen Wind in der Branche. 

Ist der Beruf Makler für junge Menschen heute noch interessant?

Ist der Beruf Makler für junge Menschen heute noch interessant? Foto: Roman Kulon

Mit der Fachliteratur, die das wirtschaftliche Potenzial der sogenannten „Silver Surfer“, der Generation 50plus, ergründet, lässt sich problemlos ein respektabler Berg aufschütten. Kein Wunder: Die Generation ist in der Überzahl und gilt als besonders zahlungskräftig. Für Versicherungsmakler dürfte der Reiz der „jungen Alten“ nicht allein in deren Kaufkraft begründet liegen. Denn viele Makler befinden sich alterstechnisch in einer vergleichbaren Situation wie ihre umworbenen Gegenüber. Die Themen Überalterung sowie Nachwuchsmangel sorgen dabei nicht erst seit Kurzem für Sorgenfalten in der Branche – geändert hat sich jedoch wenig.   

Nachwuchsmangel in Zahlen

Laut der vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) im vergangenen Jahr veröffentlichten Strukturanalyse sind 34 Prozent aller Versicherungsvermittler mittlerweile zwischen 50 und 60 Jahren alt, weitere 9 Prozent sogar noch älter. Bei den jüngeren Jahrgängen sieht es hingegen mager aus – gerade einmal 23 Prozent der Versicherungsvertreter sind unter 40 Jahren alt. 

Verbunden ist die Analyse mit mahnenden Worten, denn schließlich wird ein Großteil der benannten älteren Semester in den kommenden 10 bis 15 Jahren aus Altersgründen ihre Selbstständigkeit aufgeben. „Betrachtet man die Altersentwicklung und glaubt man den Pessimisten hinsichtlich der Auswirkungen des LVRG, so können in 15 Jahren etwa 70.000 Vermittler den Markt verlassen“, warnt die für die Strukturanalyse verantwortliche Volkswirtin Ariane Kay.  

Schlechtes Image – Vorbehalt Nummer eins

Die Gründe für den ausbleibenden Maklernachwuchs sind vielfältig. Andreas Grimm, Geschäftsführer des Münchener Resultate Instituts, nannte auf seinem DKM-Vortrag unter anderem die bestehenden Haftungsrisiken, sinkende Wirtschaftlichkeit sowie die fehlende Attraktivität des Berufsbilds. Dieser Mangel an Attraktivität ist sicherlich auch mit dem schlechten Image der gesamten Branche zu begründen. 

In der Jahr für Jahr erscheinenden Umfrage des Deutschen Beamtenbunds zum Ansehen bestimmter Berufsgruppen finden sich Versicherungsvertreter regelmäßig auf dem letzten Platz wieder. Gerade einmal 9 Prozent aller Befragten äußerten in diesem Jahr Anerkennung gegenüber dieser Berufsgruppe.

Ist der Versicherungsmakler folglich eine bedrohte Spezies? Bevor man den Niedergangs-Auguren unwidersprochen folgt, lohnt sich ein zweiter Blick. Denn es gibt sie, die Nachwuchsgeschichten, die Mut machen und zeigen, dass auch heute noch junge Menschen diesen Beruf ergreifen und Erfolg haben. Wenn auch mit den notwendigen Anpassungen. Denn die Jungmakler von heute erfinden sich neu. Nicht indem sie ihren Beruf vollkommen auf den Kopf stellen, sondern mit Feinjustierungen, neuen Ideen und alternativen Ansätzen.   

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