PKV: Beitragsanpassungen eher nach oben denn nach unten

Versicherungen von Martin Thaler

Bei den privaten Krankenversicherern haben Beitragsanpassungen in den vergangenen Jahren merklich zugenommen. Dabei überwiegen die Beitragssteigerungen, wie eine neue Untersuchung zeigt.

In der PKV gibt es laut einer Morgen&Morgen-Untersuchung mehr Beitragssteigerungen als -senkungen.

In der PKV gibt es laut einer Morgen&Morgen-Untersuchung mehr Beitragssteigerungen als -senkungen. Foto: Morgen & Morgen

Die deutschen Krankenversicherer haben es derzeit wahrlich nicht einfach. Nicht nur, dass Sie Kunden verlieren - in den vergangenen fünf Jahren haben die PKVen unterm Schnitt 189.000 Mitglieder verloren, wie die Saarbrücker Zeitung unlängst berichtete.  

Zudem haben sie mit erhöhten Leistungsausgaben, veränderten Sterbewahrscheinlichkeiten und der aktuellen Zinssituation zu kämpfen. Ein Mittel, um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind Beitragsanpassungen.   Ein Mittel, auf das Versicherer offenbar immer häufiger zurückgreifen, wie eine Untersuchung des Analysehauses Morgen & Morgen offenbart. Dieses hat die Beitragsentwicklung der Unisex-Tarife in der Altersgruppen 30, 40 und 50 Jahre untersucht.  

Das Ergebnis: Der Gesamtanteil an Anpassungen – also sowohl Steigerungen als auch Senkungen – nimmt zu. Wurden 2014 im Schnitt noch 12 Prozent der Tarife angepasst, waren es 2015 schon knapp 20 Prozent. 2016 lag der Anteil dann bei 26 Prozent. Ein Wert, der sich auch für 2017 abzeichnet (hier wurde bislang die Hälfte der Versicherer analysiert).  

Besonders häufig werden dabei die Tarife in der Altersgruppe der 30-Jährigen angepasst. War 2014 der Anteil der angepassten PKV-Vollversicherungstarife über alle betrachteten Alter noch gleich, wurden 2015 bereits deutlich mehr Tarife bei den 30-Jährigen angepasst. 2016 lagen die Unterschiede hier schon bei zehn Prozent.  

Bei den Anpassungen überwiegen dabei die Steigerungen. Erfuhren die angepassten Beiträge 2014 eine Erhöhung von durchschnittlich einem Prozent, waren es 2015 bereits 2,2 Prozent, 2016 dann durchschnittlich 2,5 Prozent.    

„Im Schnitt zeigen die Beiträge seit 2013 eine steigende Tendenz im Neugeschäft. Die aktuellen Anpassungen liegen aber immer noch unter den Anpassungswerten der Tarifgenerationen vor Unisex. Ebenso verhält es sich mit der Anzahl der angepassten Tarife“, erklärt Morgen&Morgen-Geschäftsführer Peter Schneider.  „In den letzten beiden Jahren vor Einführung der Unisex-Tarife lagen die Anpassungen im Schnitt  bei 5,7 Prozent und der Anteil der Tarife, die angepasst wurden, lag bei über 60 Prozent“, so Schneider weiter.

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