Petition macht gegen IDD-Umsetzung mobil

Berater Top News Digital Meistgeklickt von Martin Thaler

Der Referentenentwurf zur IDD-Umsetzung sorgt in der Branche für Ärger. Nun hat der Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen eine Petition gestartet, die die kritischen Stimmen bündeln soll. 10.000 Unterzeichner werden benötigt.

Eine Online-Petition versucht, dem Missfallen von Vermittlern gegenüber der IDD-Umsetzung Ausdruck zu verleihen.

Eine Online-Petition versucht, dem Missfallen von Vermittlern gegenüber der IDD-Umsetzung Ausdruck zu verleihen. Foto: K.C. fotolia.com

Der Referentenentwurf des Wirtschaftsministeriums (BMWI) zur Umsetzung der IDD in deutsches Recht hat in der Branche für starke Kritik gesorgt. Besonders deutlich meldete sich nun auch der Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen (BVSV) zu Wort.

„In der aktuellen Version handelt es sich um einen von Lobbyisten diktierten Entwurf mit der klaren Stoßrichtung die verbraucherorientierteste Form des Vertriebes - den Maklerberuf - langfristig zu eliminieren. Die Forderungen und Regelungen des Referentenentwurfes gehen weit über die Richtlinien der IDD hinaus“, heißt es hierzu vom Verband.  

Der BVSV fordert weiter, den Entwurf sofort zu stoppen und ruft die Makler deshalb zum Widerstand auf, zu einer „konzertierten Aktion, um der Politik entgegenzutreten“. Der Politik solle gezeigt werden, „dass ein Grad der Bevormundung erreicht ist, der von den Betroffenen so nicht mehr hingenommen wird“ erklärte BVSV-Vorsitzender Andreas Schwarz gegenüber procontra.  

Aus diesem Grunde hat der Verband an diesem Samstag eine Petition auf der Online-Petitionsplattform change.org gestartet. Diese hat sich das Ziel gesetzt, bis zum 12. Dezember 10.000 Unterstützer zu finden, die sich gegen den Referentenentwurf aussprechen. „Die Zahl 10.000 hat für uns den Mindestgrad der Wirksamkeit. Ab dieser Zahl von Unterzeichnern wird eine Meinungsäußerung  zumindest wahrgenommen. Uns ist klar, dass das nicht zwingend den Prozess beeinflussen wird, aber wird ihn nicht mehr so glatt laufen lassen, wie bisher“, so Schwarz. „Wir werden gehört.“  

Am Montagvormittag (Stand: 10.18 Uhr) hatten 868 Menschen die Petition unterzeichnet. Die Petition soll sowohl an das BMWi, als auch an das Bundesministerium für Verbraucherschutz sowie die Bundesregierung verschickt werden. Bis zum 12. Dezember haben die Verbände und Interessenvertretungen die Möglichkeit, den Entwurf zu kommentieren. „Wer glaubt, dass wir noch Zeit haben, bis der Gesetzesentwurf vorliegt, der irrt. Was dann dort drin steht, ist schon wesentlich durchdachter als im Referentenentwurf und wird wesentlich schwerer zu korrigieren sein“, so Schwarz.  

Auch abgesehen von der Petition sei man aktiv, erläutert Schwarz. Die Petition sei „nur der öffentliche Ausdruck für den Weg der Einigkeit innerhalb der betroffenen Vermittler“. Im Hintergrund würde zudem zusammen mit Vertretern von Interessenvertretungen, Pools, Versicherern und anderen branchennahen Verbänden gesprochen und versucht, eine gemeinsame Agenda zu entwickeln. „Jeder für sich hat keine Chance. Das hat die Vergangenheit gezeigt“, so Schwarz.  

Zur Petition gelangen Sie hier. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare