IDD-Umsetzung: Das sagen die Pools

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Bernd Plitschuweit, Geschäftsführer der allfinanztest.de GmbH

Wir sehen den galoppierenden Restriktionen zum Finanzvermittler Berufsstand gelassen entgegen.Wir werden auch nicht vorpreschen und in einer beinahe selbsterfüllenden Prophezeiung und vorauseilendem Gehorsam diese Vorgaben, von Politikern, die Versicherungen nur aus der Fernsehwerbung kennen, überholen.

Es wird immer Leute geben, die für Versicherungen "nicht extra etwas zahlen wollen", so vorteilhaft dies auch bei logischer Überlegung erscheint. Der Verbraucher entscheidet jedoch mit dem Bauchgefühl. Sollte es geschehen, was sich nicht abzeichnet, dass nur noch Nettotarife verkauft werden dürfen, so würde dies bedeuten, dass der Makler den Innendienst für seine aufwendigen Recherchen und die Verwaltung der Verträge und Schäden nicht mehr zahlen kann. Die Qualität würde leiden und es würde sich der Vertrieb spezialisieren müssen , ggf. bis zum Einfirmenvertreter.

Er bekäme dann wohl nur noch ein Honorar für den Abschluss und keine laufende Courtage. Er hat dann auch mit Inkasso der Honorare zu tun, was bisher der Versicherer tat.Diese Leistungen sind ja auch eingepreist in der Versicherungsprämie , das wird bei Nettopolicen nicht anders sein.

Das Schlimme an dieser Regulierungswut ist, dass klassische Versicherungsmakler kaum eine Lobby haben. Auch die Berufsverbände sind schwach und haben kaum Einfluss auf die Akteure inBrüssel, die den meisten Betroffenen in Deutschland nicht einmal mit Namen bekannt sind.Es erscheint den Betroffenen beinahe populistisch , was da läuft. Auf Versicherungsvermittler kann man ruhig Druck ausüben , das ist schon beinahe schick und trendy. Da kann man auch nichts falsch machen, man bedient den Mainstream . Anders wäre es , wenn man , nicht nur auf dem Papier, die Nebenbezüge der Politiker offenlegen müsste.

Oliver Pradetto, Geschäftsführer von blau direkt:

Wir rechnen damit, dass sich das Gros der Vermittler beim Provisionsmodell bleibt und sich nicht entscheidet Honorar-Versicherungsberater zu werden.Tatsächlich wickeln wir bereits Honorar-Tarife kostenfrei für Partner ab und haben einen Honorar-Tarifvergleichsrechner in Vorbereitung. Sollte der Entwurf so umgesetzt werden, wären wir innerhalb von  4 Wochen in der Lage Makler auch in diesem Modell zu unterstützen.

Da wir als beitragsfinanzierter Pool weitgehend unabhängig von Provisionsdifferenzen sind, wäre das für uns sogar ein Wettbewerbsvorteil. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass Entwürfe am Ende immer noch einigen Veränderungen unterliegen. Auch die Umsetzung in Landesrecht verändert nochmal einiges. An den zu erwartenden Debatten beteiligen wir uns daher vorerst nicht.

BCA:

Grundsätzlich warnen wir vor einer Benachteiligung des unabhängigen Vermittlers hinsichtlich der Möglichkeiten von Beratung und Vergütung.

Eine einseitige "Verteufelung" von (Abschluss-)Provisionen trotz ihren sozial- und gesellschaftlichen Aspekten, wie Sie in Teilen der politischen Landschaft oder auch bei Verbraucherschützern teilweise stattfinden, erachten wir als äußerst gefährlich.

Über unsere Präsenz in den Vermittlerverbänden und unsere aktive Mitarbeit in diesen Gremien mahnen wir deshalb auch regelmäßig die Umsetzung der Kunden- und Verbraucherschutzanforderungen mit Augenmaß und Blick auf Praktikabilität und Nutzen an.

Als einziger Pool mit hauseigener Bank, in der wir bereits die MiFid-Anforderungen Bundesbank-/ Bafin-gerpüft umsetzen, liegt unser Fokus auf der Integration der IDD- und MiFid-Anforderungen in Informations- und Beratungsprozess.

Die Entwicklung alternativer Vergütungsmodelle für Honorar-Versicherungsbrater und eine entsprechende Unterstützung spielt bei der Entwicklung natürlich ebenfalls eine Rolle. 

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Seite 2: "Was Versicherungsmakler leisten, wir von der Politik nicht erkannt"
Seite 3: "Referentenentwurf zeigt Lobbyarbeit der Versicherer"
Seite 4: "Die Einsicht siegt, dass am Entwurf noch Nachbesserungspotential besteht"
Seite 5: "Klassische Versicherungsmakler haben kaum eine Lobby"

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