Aussichten für Lebensversicherer alles andere als rosig

Berater von Martin Thaler

Die Ratingagentur Fitch hat einen Ausblick für die deutsche Lebensversicherungsbranche gewagt. Bis 2022 müssen diese eine Zinszusatzreserve von 150 Milliarden aufbauen, schätzt Fitch. Beim Neugeschäft sieht es weiter mau aus.

Die Lebensversicherer stehen aufgrund der niedrigen Zinsen auch weiterhin vor Problemen, sagt die Ratingagentur Fitch.

Die Lebensversicherer stehen aufgrund der niedrigen Zinsen auch weiterhin vor Problemen, sagt die Ratingagentur Fitch.

Die Perspektiven für die deutschen Lebensversicherer sind auch für 2017 alles andere als rosig. Zu diesem Schluss kam die Ratingagentur Fitch in einem aktuellen Ausblick für die Branche. Jedoch könnten die Unternehmen auch bei weiter niedrig bleibenden Zinsen weiterhin ihre Garantien erfüllen. Der Ratingausblick bleibe deswegen stabil. Allerdings erklärte Fitch, dass sie die Situation weiterhin genau beobachten werde und wollte einzelne Herabstufungen nicht ausschließen.  

Als größte Herausforderung der Branche macht Fitch die niedrigen Zinsen aus, die verbunden mit den gewährten Garantien und den langen Vertragslaufzeiten für die Unternehmen zur Last werden. So geht Fitch davon aus, dass die Lebensversicherer allein 2016 eine Zinszusatzreserve (ZZR) in Höhe von 14 Milliarden Euro bilden müssten (Stand Ende 2015: 32 Milliarden Euro). Bis 2022 müssten unter den jetzigen Bedingungen eine ZZR in Höhe von 150 Milliarden Euro gebildet werden.  



Die niedrigen Zinsen haben auch Auswirkungen auf die Deckungsrückstellungen der Versicherer. Diese hätten sich laut Fitch von 8,8 Prozent (2008) auf 7,2 Prozent (2015) verringert. Für 2016 wird von einem weiteren Rückgang auf 7,0 Prozent ausgegangen. Auch 2017 werde sich dieser Trend fortsetzen.  

Die Versicherer haben auf die niedrigen Zinsen reagiert und neue fondsgebundene Produkte mit niedrigeren Garantien auf den Markt gebracht. Diese haben allerdings in den vergangenen zwei Jahren nicht zu einer Belebung im Neugeschäft geführt, da die Kunden offenbar Zeit bräuchten, sich an die neuen Produkte zu gewöhnen. Dies werde sich laut Fitch auch im kommenden Jahr nicht ändern, das Neugeschäft werde weiter stagnieren, schätzen die Analysten. 

Verbunden war der Ausblick mit aktuellen Ratings zu den einzelnen Versicherern. Hier blieben die meisten Bewertungen konstant. Nur die Stuttgarter Lebensversicherung und die Volkswohlbund Lebensversicherung wurden herabgestuft.

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