17 Prozent mehr Pflegebedürftige seit 2011

Versicherungen von Martin Thaler

Die Bundesregierung hat den aktuellen Pflegebericht gebilligt. Dieser beschreibt einen deutlichen Anstieg der Pflegebedürftigen sowie Leistungen in den vergangenen Jahren. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist zwischen 2011 und 2015 um 17 Prozent gestiegen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist zwischen 2011 und 2015 um 17 Prozent gestiegen. Foto: Kzenon - fotolia.com

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland hat sich im Zeitraum von 2011 bis 2015 merklich erhöht. So stieg die Zahl der Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung in besagter Zeitspanne von 2,3 auf 2,7 Millionen Menschen – das ist ein Plus von 17 Prozent. Die Leistungsausgaben der sozialen Pflegeversicherung haben im gleichen Zeitraum von 20,9 Milliarden Euro auf 26,6 Milliarden Euro zugenommen.  Dies ergibt sich aus dem neuen Pflegebericht, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch billigte.  

Die Leistungen werden auch in Zukunft weiter ansteigen, ebenso wie die Zahl der Pflegebedürftigen. Dies liegt zum einen in der steigenden Lebenserwartung der Deutschen begründet. Wurden um 1910/1912 geborene Männer im Schnitt noch 47,4 Jahre (Frauen: 50,7) alt, liegt die Lebenserwartung bei heute geborenen Männern bei 78 Jahren (Frauen: 83 Jahre). Alle Prognosen gehen zudem von einer weiter steigenden Lebenserwartung aus. Mit der steigenden Lebenserwartung steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit, im hohen Alter pflegebedürftig zu werden.  

Der zweite Grund für weiter steigende Leistungen liegt im Inkrafttreten des zweiten Teils des Pflegestärkungsgesetzes II (PSG II) begründet. Durch die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs wird die Unterstützung in Zukunft deutlich niederschwelliger angesetzt. Berechnungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen ergeben, dass 2017 rund 200.000 Bedürftige erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.  

An diesem Freitag wird sich der Bundesrat zudem mit der dritten Stufe des Pflegestärkungsgesetzes auseinandersetzen. Dieses soll vor allem die Rolle der Kommunen in der Pflege stärken. 

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