Konsequente Konzepte für die Kapitalanlage

Investmentfonds Top News von Anja Schlick

Aus Erfahrung gut: Unabhängige Vermögensverwalter nutzen ihr Know-how, um die Portfolios ihrer Kunden sicher durch ein schwieriges Marktumfeld zu navigieren. Ihre Fonds eignen sich damit bestens als konsequente Anlagelösung, nach der viele Kunden heute suchen.

Anja Schlick

Anja Schlick ist bei Hauck & Aufhäuser verantwortlich für den Geschäftsbereich Financial Assets Deutschland und zuständig für den Ausbau des Geschäfts mit Unabhängigen Vermögensverwaltern. Bild: Hauck & Aufhäuser

Immer mehr Anleger wünschen sich klare Lösungen für ihre Vermögensanlage an Stelle von bloßen Bausteinen für ihr Portfolio. Der Trend zu Misch- oder modernen Multi-Asset-Fonds ist ungebrochen. Die Produkte sollen Anlegern und ihren Beratern die Entscheidung über die jeweils angemessene Aufteilung des Vermögens auf Anlageklassen abnehmen, das Risiko kontrollieren und im besten Fall über innovative Ansätze Zusatzerträge erwirtschaften.

Das Konzept, das die Grundidee der Fondsanlage wieder aufgreift, erfreut sich äußerster Beliebtheit: Nachdem Anleger der Statistik des Bundesverbands Investment und Asset Management e.V. (BVI) zufolge 2015 die Rekordsumme von netto 38,6 Milliarden Euro in Mischfonds investiert haben, führt die Fondskategorie die Absatzstatistik auch in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres an. Mit rund 221 Milliarden Euro verwalten Mischfonds in Deutschland fast ein Viertel des in Publikumsfonds angelegten Kapitals.

Zum Vergleich: Zur Jahrtausendwende, als Fonds für Wachstumsbranchen und Boomregionen en vogue waren, mussten sie sich mit gerade fünf Prozent des Gesamtvolumens begnügen.

Für die Renaissance des vermögensverwaltenden Fondsgedankens gibt es gute Gründe: Einfache Anlagestrategien für den Hausgebrauch haben vielfach ausgedient. Klassische Staatsanleihen taugen in einem noch immer zementierten Niedrigzinsumfeld allenfalls im Ausnahmefall noch als sicherer Hafen, und der Geldmarkt ist schon lange kein Ausweichparkplatz für turbulente Zeiten mehr. Veränderte und vielfach gestiegene Korrelationen zwischen den Anlageklassen erschweren es zusätzlich, die gewünschten Diversifikationseffekte zu erzielen. Da ist guter Rat teuer und externe Expertise gefragter denn je.

Das haben alle großen Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) erkannt und bieten entsprechende Produkte an. Anders als bei der ein oder anderen Produktinnovation vergangener Jahre wäre es dabei unfair, den neuen Fokus auf Multi-Asset-Fonds als bloße Marketing-Strategie abzutun. Vielfach bieten sie tatsächlich, wonach Anleger suchen: eine geeignete Lösung für ein grundlegend verändertes Kapitalmarktumfeld, in dem eine klassische Streuung über Aktien, Anleihen und Barmittel allein nicht mehr den angestrebten Erfolg verspricht.

Im Fokus: Kapitalerhalt oder klar definierte Verlusttoleranzen

Allein: Ganz so innovativ, wie die meisten Konzepte daherkommen, sind sie in Wahrheit nicht. Die meisten Unabhängigen Vermögensverwalter zählen es seit jeher zu ihren Kernaufgaben, die Portfolios ihrer Kunden risikokontrolliert durch unterschiedlichste Kapitalmarktphasen zu steuern. Ihre Erfahrung mit der Verwaltung auch größerer Privatvermögen hat dabei zur Folge, dass ein besonderes Augenmerk stets auf der Seite möglicher Risiken liegt. Ein Fokus liegt regelmäßig auf Kapitalerhalt oder klar definierten Verlusttoleranzen. Daran orientieren sich die Ertragserwartungen im jeweiligen Marktumfeld, die in aller Regel klar kommuniziert werden. Das gilt sowohl für die klassischen, ganzheitlich orientierten vermögensverwaltenden Ansätze, als auch für spezielle Nischenthemen und andere alternative Ansätze, bei denen Unabhängige Vermögensverwalter ebenfalls unbestritten stark sind. Zu ihrem Repertoire gehört neben der Streuung des Anlegerkapitals über mehrere Asset-Klassen regelmäßig auch der Blick über den Tellerrand: Lösungen jenseits ausgetretener Investmentpfade zu entwickeln und in ihre vermögensverwaltenden Konzepte zu integrieren oder aber als Zusatzangebot zu einem Basisportfolio anzubieten macht die Stärke vieler Unabhängiger Vermögensverwalter aus.

Anlageentscheidungen aus Überzeugung

Ein reicher Erfahrungsschatz, Spezialwissen in bestimmten Segmenten und vor allem die persönliche Überzeugung und ein entsprechendes Engagement sind dabei Grundlage des Erfolgs. Hinzu kommt, wie etablierte Vermögensverwalter immer wieder betonen, was sie schon in ihrer Bezeichnung auszeichnet: die Unabhängigkeit. Bei den meisten gilt als vorteilhaft, dass sie ihre Strategien konsequent und unabhängig von Hausmeinungen oder kurzlebigen Branchentrends verfolgen können:
Unabhängige Vermögensverwalter sind in der Regel mit eigenen Ideen, eigenem Geld und hohem Engagement bei der Sache und begreifen sich als Unternehmer. Anlageentscheidungen, die sie in ihren Fonds treffen, treffen sie aus Überzeugung, nicht um Trends hinterherzurennen. Denn nur gute Entscheidungen sichern ihnen das wirtschaftliche Überleben. Ein hohes Maß an Kontinuität, ohne die nötige Flexibilität vermissen zu lassen, kennzeichnet dabei nicht nur die jeweilige Anlagestrategie, sondern auch die Beziehung zu den Kunden. Auch die Arbeit in kleinen Teams mit flachen Hierarchien mit der Möglichkeit, sich weitestgehend auf die Kernaufgabe des Asset Managements konzentrieren zu können, empfinden viele Unabhängige Vermögensverwalter als klaren Vorteil.

Seite 1: Im Fokus: Kapitalerhalt oder klar definierte Verlusttoleranzen
Seite 2: Wie sich Vermögensverwalter von Banken abgrenzen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare