(K)ein Zertifikat für Öko-Fonds

Investmentfonds Top News von Stefan Terliesner

Das Forum Nachhaltige Geldanlage verleiht zum zweiten Mal ein Siegel für besonders nachhaltige Fonds. Aber einer fehlt. Für den Pionier der Ökofonds ist das Zertifikat nur schnödes Marketing.

Alfred Platow

Ökoworld-Gründer Alfred Platow. Bild: Ökoworld

38 Investmentfonds im deutschsprachigen Raum erfüllen die Mindestanforderungen des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG). Sie dürfen jetzt für ein Jahr das FNG-Siegel tragen. Im Vorjahr schafften 35 Fonds die Hürde. Von den jetzt 38 Sondervermögen haben sieben die höchste Auszeichnung von drei Sternen erreicht (2015: 3), darunter auch ein Green Bond-Fonds.

procontra nennt die Drei-Sterne-Fonds:

  • Erste WWF Stock Environment
  • Raiffeisen-GreenBonds
  • Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds-Aktien
  • Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds-Mix
  • Steyler Fair und Nachhaltig - Aktien
  • Triodos Sustainable Equity Fund
  • Triodos Sustainable Pioneer Fund

Ökoworld macht nicht mit

Das FNG-Siegel wurde Ende 2015 eingeführt. Die Zertifizierung muss jährlich erneuert werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Etliche große Fondsgesellschaften und auch Nachhaltigkeitspionier Alfred Platow, Gründer und Chef des Fondsanbieters Ökoworld, haben nicht mitgemacht. Für die Ökoworld-Fonds wäre es vermutlich ein Leichtes, die Erfüllung der angewandten Kriterien nachzuweisen. Platow will aber nicht. Für ihn ist das Siegel in erster Linie eine vom Marketing getriebene Maßnahme. Seiner Meinung nach braucht der Vertrieb der konventionellen Fondsanbieter ein einfaches Instrument für die Beratung zu nachhaltigen Investmentfonds. „So lange das so bleibt, werden wir uns daran nicht beteiligen“, sagt Platow auf Anfrage von procontra.

Anforderungen des FNG-Siegels

Mitglieder des Fachverbandes FNG sind unter anderem Banken, Kapitalanlagegesellschaften und Finanzberater. Laut Verband setzen sich die Mindestanforderungen des Siegels zusammen aus Transparenz- und Prozesskriterien, dem Ausschluss von Waffen und Kernkraft sowie der Berücksichtigung der vier Bereiche des UN-Global Compact: Menschen- und Arbeitsrechte, Umweltschutz sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Darauf aufbauend können Fonds in einem Stufenmodel zusätzliche Punkte in den Bereichen Produktstandards, institutionelle Glaubwürdigkeit, Selektion und Dialog sammeln.

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