Die wichtigsten Fakten zum PSG II

Berater von Martin Thaler

Am 1. Januar 2017 tritt der zweite Teil des Pflegestärkungsgesetzes II in Kraft. Bei vielen Menschen herrscht hierüber noch großes Unwissen. Wir haben einige der wichtigsten Änderungen einmal zusammengefasst.

Auf Pflegebedürftige kommen 2017 zahlreiche Änderungen zu.

Auf Pflegebedürftige kommen 2017 zahlreiche Änderungen zu. Foto: geralt - Pixabay.de

Im kommenden Jahr tritt die zweite Stufe des 2. Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) in Kraft. Dieses bringt unter anderem einen neuen Pflegebegriff und ein neues Bewertungssystem mit sich. Doch was ändert sich hierdurch für die Pflegebedürftigen? Hier herrscht bei vielen noch Unklarheit, wie eine Umfrage der Techniker Krankenkasse jüngst offenbarte.  

Nur elf Prozent der Befragten erklärten hierbei, sich bereits aktiv mit dem PSG II und den hiermit verbundenen Neuerungen auseinander gesetzt zu haben. 51 Prozent erklärten indes, von etwaigen Neuerungen überhaupt noch nichts gehört zu haben.  

Um Ihre Kunden hierbei aufklären zu können, haben wir die wichtigsten Neuerungen für Sie einmal zusammengestellt.    

Pflegegrade  

Statt bisher drei Pflegestufen wird es in Zukunft fünf Pflegegrade geben. Die Überleitung in die neuen Pflegegrade erfolgt dabei automatisch, das heißt die Pflegebedürftigen müssen sich nicht erneut begutachten lassen. Pflegebedürftige mit körperlichen Einschränkungen werden in den nächst höheren Pflegegrad eingeordnet – wer jetzt also Pflegestufe 1 hat, bekommt automatisch Pflegegrad 2. Pflegebedürftige mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz werden zwei Pflegegrade höher eingestuft.  

Der Pflegegrad 1 wird dabei praktisch nur Menschen zugeordnet, die im kommenden Jahr ihren Antrag stellen. Hier werden Menschen eingestuft, bei denen noch kein erheblicher Bedarf an Unterstützung festgestellt wird, diese aber beispielsweise eine Versorgung mit Pflegehilfsmitteln oder eine Pflegeberatung benötigen (§ 28a SGB XI).

Im Pflegegrad 1 dürfte sich ein Großteil der Antragsteller wiederfinden, die bisher von der Pflegekasse eine vollständige Ablehnung erhalten haben. Berechnungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen ergeben, dass 2017 rund 200.000 Bedürftige erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.

Seite 1: Die neuen Pflegegrade
Seite 2: So funktioniert das neue Begutachtungssystem
Seite 3: Der Eigenanteil in der stationären Pflege

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