Datenschutz: Facebook schiebt Versicherer-Plänen Riegel vor

Versicherungen von Martin Thaler

Der britische Versicherer Admiral wollte die Facebook-Profile seiner Kunden auswerten im Gegenzug für günstigere KfZ-Tarife. Die Social-Media-Plattform will dies aber nicht erlauben.

Der britische Versicherer wollte im Gegenzug zu günstigeren KfZ-Tarifen die Facebook-Profile seiner Kunden auswerten.

Der britische Versicherer wollte im Gegenzug zu günstigeren KfZ-Tarifen die Facebook-Profile seiner Kunden auswerten. Foto: Alexas_Fotos - pixabay.de

Es war ein Angebot, dass sich in erster Linie an junge Menschen, genauer gesagt Autofahrer richtete. Da diese in der Regel höhere Versicherungsbeiträge zu zahlen haben, hatte sich der britische Versicherer Admiral folgendes überlegt:   Unter der Überschrift „Firstcarquote“ wurden jungen Menschen Vergünstigungen angeboten, sollten sie sich denn bereit erklären, dass ihr Facebook-Profil durchleuchtet wird. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung erklärt, ließen sich aus der Persönlichkeit eines Menschen nicht nur Rückschlüsse auf dessen Kreditwürdigkeit ziehen, sondern eben auch auf dessen Fahrverhalten.

„Unsere clevere Technologie erlaubt es uns vorherzusagen, wer wahrscheinlich ein sicherer Fahrer ist“, heißt es weiter in der Mitteilung.  

Hierzu wollte Admiral die Facebook-Profile der Kunden dahingehend untersuchen, ob diese gewissenhaft und gut organisiert erscheinen, wie der britische Guardian schreibt. Dies scheint offenbar gegeben, wenn die User kurze, konkrete Formulierungen verwendeten und beispielsweise bei Terminvereinbarungen konkrete Angaben zu Ort und Zeit machten, anstatt einfach nur „heute Abend“ zu sagen.  

Den Kunden, die sich hierzu bereit erklären, sollten Preisnachlässe bis zu 15 Prozent gewährt werden. Noch größer würde der Rabatt ausfallen, wenn sich die jeweiligen Kunden zur Installation einer Blackbox in ihr Auto bereit erklären würden.  

Wie das Online-Portal haufe.de mit einem Verweis auf eine BBC-Mitteilung berichtet, hat Facebook diesen Plänen allerdings einen Riegel vorgeschoben. Demnach erklärte Facebook, dass es dem Versicherer zwar erlauben würde, die Facebook-Accounts zur Kundenverifikation zu verwenden. Allerdings würde es dem Versicherer nicht erlauben, die Accounts der Facebook-User auszuwerten, um hieraus Rabatte zu errechnen. Ein Facebook-Sprecher begründete dies mit Verweis auf Datenschutzbestimmungen.

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