„Blockchain“ und „Smart Contracts“ – Was steckt dahinter?

Digital Top News von Falk Hößler / Sebastian Sieloff

In der Versicherungsbranche herrscht momentan eine permanente „Digitalisierungsunruhe“. Gerade erst haben die Insurtechs und die Online- Vergleichsrechner für Unbehagen gesorgt, und nun deutet sich schon die nächste Disruption auf dem Finanzmarkt an. Die Blockchain - verknüpft mit sich-selbst- ausführenden digitalen Verträgen („Smart Contracts“) - scheint das Potenzial zu haben, die nächste digitale Revolution seit der Erfindung des Internets zu werden und viele Prozesse und Strukturen im Finanzsektor aufzubrechen.

Olga Mursajew

Olga Mursajew, Finanzmathematikerin und Finalistin beim diesjährigen Jungmakler-Award Bild: b2bProtect

Was wäre, wenn es zukünftig möglich wäre die Informationen aller für einen Versicherungsfall relevanten Parteien zusammenzuführen und im Leistungsfall eine unmittelbare Zahlungsanweisung an den Versicherungsnehmer zu tätigen? Dies würde bedeuten, dass es hierfür keiner zentralen Verwaltungseinheit bedarf, die die Korrektheit und Vollständigkeit der Informationen prüft und für die Leistung aus der Versicherung manuelle Transaktionen durchführt (wie z. B. Versendung von Benachrichtigungen an Versicherungsnehmer und Vermittler, Überweisungen etc.).

Insbesondere die Abwicklung von Kfz-Schäden würde mittels Nutzung dieser Technologieverknüpfung deutlich schneller und effizienter erfolgen, ist sich Olga Mursajew, Finanzmathematikerin und Gründerin des Innovationslabors b2b Protect sicher: „Wir sehen bei einer konsequenten Nutzung der Blockchain einen deutlichen Mehrwert für Versicherungsgesellschaften, Vermittler und Kunden gleichermaßen. Auch wenn das Thema noch in den Kinderschuhen steckt, das Potential ist enorm.“

Wie funktioniert die „Blockchain“ und welche Rolle spielen dabei „Smart Contracts“?

In einer „Blockchain“ werden validierte Transaktionen (sog. „Blocks“) der Netzwerkpartner miteinander verlinkt („Chain“). Jeder Block erhält dabei einen Zeitstempel und bekommt eine eindeutige Signatur („Hash“) des vorherigen „Blocks“. Dies ermöglicht die Nachverfolgung der gesamten Historie und Quelle der eingespeisten Informationen. Weiterfolgende Transaktionen werden nur dann mit der Vorherigen vereint, wenn sie erfolgreich verifiziert bzw. mit den Vorherigen abgeglichen wurden. Die Blockchain schafft ein unveränderliches Protokoll aller Geschäftsvorgänge. Dies macht Manipulation praktisch unmöglich und einen manuellen Verifikationsprozess unnötig.

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