Altersvorsorge: Die Unterschiede bei Männern und Frauen

Berater von Martin Thaler

Wenn es um das Thema Altersvorsorge geht, sind zwischen den Geschlechtern große Unterschiede bei Befürchtungen und Erwartungen feststellbar. Die Details offenbart eine neue Studie.

Markus Leibundgut, CEO von Swiss Life Deutschland.

Markus Leibundgut, CEO von Swiss Life Deutschland. Foto: Swiss Life

Wenn es um die eigene Altersvorsorge geht, sind Männer aktiver als Frauen und fühlen sich auch besser informiert. So erklärt beinahe die Hälfte (47 Prozent) der deutschen Männer, sich selbst um ihre Altersvorsorge zu kümmern, bei den Frauen sagen dies nur 37 Prozent.  

Dies ist das Ergebnis einer neuen Umfrage, die der Anbieter von Finanz- und Vorsorgeleistungen Swiss Life Deutschland in Auftrag gegeben hat. Dabei ist die Angst bei Frauen vor Altersarmut größer als bei Männern: 56 Prozent der Frauen äußerten in der Befragung diese Befürchtung, Männer scheinen in dieser Hinsicht sorgenfreier (41 Prozent). Dennoch: Wenn es darum geht, sich auch wirklich um die eigene Altersvorsorge zu kümmern, sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern wesentlich geringer ausgeprägt. Hier gaben 34 Prozent der Männer an, sich bislang zu wenig gekümmert zu haben, bei den Frauen sagten dies 37 Prozent.  

„Wir alle leben immer länger, besonders Frauen profitieren davon stark. Gerade deshalb sollten sie ihre eigene Altersvorsorge nicht vernachlässigen und hier möglichst früh aktiv werden“, sagt Dr. Markus Leibundgut, CEO von Swiss Life Deutschland. Laut dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung liegt die Lebenserwartung für neugeborene Jungen derzeit bei durchschnittlich 78,1 Jahren, Mädchen werden fünf Jahre älter.  

Bei heute 65-Jährigen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern bei weiteren 17,7 Jahren, Frauen können indes 20,9 Jahre erwarten.  

Bei den zu erwartenden Rentenbezügen sieht die Situation für Frauen anders aus. So betrugen die gesetzlichen Altersrenten einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge bei Frauen im Jahr 2014 durchschnittlich 618 Euro, Männer kamen hingegen auf 1037 Euro.  

Diese Anreize wünschen sich Männer und Frauen

Hiermit dürfte auch zusammenhängen, warum laut Swiss-Life-Umfrage 41 Prozent der Frauen erwarten, ohne ihren Partner im Alter deutliche Abstriche machen zu müssen. Eine Befürchtung, die bei Männern (31 Prozent) deutlich geringer ausgeprägt ist.  

Als Hauptgrund für einen wahrscheinlich sinkenden Lebensstandard im Alter nannten Frauen einen zu geringen Verdienst (55 Prozent), gefolgt von einer eingeschränkten Berufstätigkeit aufgrund Kindererziehung und Pflege (42 Prozent). Gerade letzterer Punkt spielt bei Männern kaum eine Rolle (14 Prozent).  

Doch wie kann man die Rahmenbedingungen für eine gute Altersvorsorge verbessern: Frauen nannten hier zumeist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (33 Prozent). Männer sprachen sich hingegen für stärkere steuerliche Anreize zum Vermögensaufbau aus. 

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