„Wir brauchen einen sozialen Schub“

Panorama Top News von Martin Thaler

Im diesjährigen Streitgespräch auf der DKM traf Linken-Politiker Gregor Gysi auf CDU-Mann Norbert Röttgen. Diskutiert wurde über das Gefühl des Abgehängtseins, den Syrien-Konflikt und die aktuelle Zinspolitik.

Gregor Gysi und Norbert Röttgen

Hatten eine Menge auf der DKM zu streiten und zu diskutieren: Gregor Gysi und Norbert Röttgen

Neben Größen aus der Versicherungs- und Finanzbranche haben bei der DKM auch immer wieder Persönlichkeiten aus der Politik ihren Auftritt. In diesem Jahr waren es der ehemalige Bundestagsfraktionsvorsitzende der Partei „Die Linke“ Gregor Gysi und der einstige Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), die sich in der „Speakers Corner“ ein Streitgespräch lieferten.

Zu diskutieren und zu streiten gaben es eine Menge: Wie entwickelt sich die Europäische Union, wie ist der Krieg in Syrien beizulegen und wer trägt hier die Verantwortung? Und wie begegnet man den Wahlerfolgen der AfD, die sich im kommenden Jahr zum Sprung in den Bundestag aufmacht?

„Wir müssen verstehen, dass dies ein westliches Problem ist“, erklärte Röttgen mit Blick auf die Wahlerfolge von Marine Le Pen in Frankreich und die Rhetorik Donald Trumps in den USA. Gespeist würde dieses Problem durch ein Gefühl vieler, sozial aber auch kulturell abgehängt zu sein. Auch das Elitenversagen der vergangenen Zeit würde sein Anteil dazu beisteuern.

Auch Gysi betonte seine großen Sorgen vor der Rechtsentwicklung in Europa. Um dieser in Deutschland zu begegnen forderte er „einen sozialen Schub“, um die Abgehängten gesellschaftlich wieder einzubinden.

Zur Sprache kam auch das Thema Zinspolitik der EZB. Hier waren sich die beiden Politiker trotz diametraler parteipolitischer Ausrichtung einig: „Mario Draghi gehört zu einen der wenigen, die einen Plan verfolgen“, lobte Röttgen den EZB-Chef. Die Zinspolitik sei die richtige Entscheidung gewesen, um den deflatorischen Entwicklungen zu begegnen.

Gysi sekundierte und lobte die „richtigen und mutigen“ Entscheidungen der EZB an, auch wenn diese Nebenwirkungen offenbare. Er merkte aber an: „Dies kann natürlich keine dauerhafte Politik sein.“

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