Warum eine BU-Versicherung für jeden Beruf sinnvoll ist

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In einem viel beachteten Video empfahl das Handelsblatt in seinem Format für Jugendliche, dass BU-Versicherungen nicht für alle Berufe empfehlenswert seien. Von Makler-Seite gibt es hierzu starken Widerspruch. Procontra sprach hierzu mit Versicherungsmakler Guido Lehberg.

Widerspricht Handelsblatt-Redakteur Martin Dowidat: Makler Guido Lehberg.

Widerspricht Handelsblatt-Redakteur Martin Dowideit: Makler Guido Lehberg. Foto: Lehberg

procontra: Handelsblatt-Autor Martin Dowideit erklärte diese Woche, dass eine BU-Versicherung für junge Leute nicht unbedingt zu empfehlen sei. Diese sollten vielmehr einen zweiten Blick drauf werfen, ob eine BU-Versicherung nötig ist, wenn sie in einem „nicht so gefährlichen“ Beruf arbeiteten. Hat Sie diese Aussage überrascht?  

Guido Lehberg: Nicht wirklich. Die allgemeine Meinung ist ja leider immer noch, dass wenn man im Büro arbeitet, gar nicht berufsunfähig werden kann. Meiner Meinung nach liegt das daran, dass viele Menschen Berufsunfähigkeit mit der Aussage gleichsetzen: Ich kann nie wieder arbeiten. Und da können sich nur wenige Menschen vorstellen, dass das bei ihnen der Fall ist, wenn sie am Schreibtisch arbeiten. Dabei wird aber die temporäre Dimension außer Acht gelassen und den Fehler hat wohl auch Herr Dowideit gemacht.

procontra: Warum ist denn auch einem Menschen mit einem Bürojob eine BU-Versicherung zu empfehlen?

Lehberg: Ein Büroarbeiter ist im Kern mit den gleichen gesundheitlichen Herausforderungen konfrontiert wie Menschen, die einer körperlichen Tätigkeit nachgehen. Die so genannten Volkskrankheiten wie Krebs-, Herz-Kreislauf oder Nervenerkrankungen treffen auch sie. Erinnern Sie sich beispielsweise an das Thema ALS [Amyotrophe Lateralsklerose; Anm. der Red.], für die es vor einiger Zeit die sogenannte Icebucket-Challenge gab. Diese Krankheiten treffen den Büroarbeiter genauso wie den Krankenpfleger und den Handwerker und führen zur Berufsunfähigkeit.  

procontra: Haben Sie da ein Beispiel aus ihrem Berufsalltag?  

Lehberg: Zahlreiche. Ein trauriges betrifft eine junge Frau, die auf Empfehlung bei mir war. Sie hatte sich gegen eine BU-Versicherung entschieden. Jüngst wurde bei ihre Multiple Sklerose diagnostiziert. Der Arzt geht davon aus, dass sie innerhalb der kommenden sechs Monate nicht mehr in der Lage sein wird, ihren Beruf als Bürokauffrau auszuüben. Und das mit gerade einmal 28 Jahren. Sie steht nicht unmittelbar vor der Rente oder kann auf eine Altersvorsorge zurückgreifen, sondern steht jetzt leider vor dem Scherbenhaufen.  

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