Volkswohl Bund senkt Garantiezins auf 0,5 Prozent

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Obwohl der Höchstrechnungszins bis Ende des Jahres noch bei 1,25 Prozent liegt, senkte der Volkswohl Bund seinen Rechnungszins auf 0,5 Prozent. Warum und welche Produkte betroffen sind

Foto: Volkswohl Bund_Hauptverwaltung, Südwall, Dortmund

Der anhaltende Niedrigzins macht den Lebensversicherer zu schaffen. Magere 1,25 Prozent stehen als Höchstrechnungszins noch aus, die Senkung zum Jahreswechsel auf 0,9 Prozent ist bereits beschlossen.

Soweit so bekannt. Doch die Maßnahme des Volkswohl Bunds ist neu. Dieser senkte den eigenen Rechnungszins freiwillig auf 0,5 Prozent. Dies gilt nur für die Tarife der klassischen Privatrente und gilt seit 1. Oktober 2016. In der Regel bieten die Versicherer auch den gesetzlichen Höchstrechnungszins in ihren Tarifen an. Die freiwillige Absenkung ist eine Reaktion auf die anhaltende Niedrigzinsphase und eine unternehmerische Entscheidung“, erklärt Sprecherin Simone Szydlak auf procontra-Nachfrage. Die Absenkung sei damit auch keine Anordnung der Finanzaufsicht.

Klassiker ausgedient
Die Absenkung des Garantiezinses auf 0,5 Prozent macht die klassische Privatrente noch unattraktiver als sie aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase ohnehin schon ist. Kaum ein Kunde dürfte das Produkt noch aus Ertragsgründen nachfragen. Viele Anbieter haben sich in der Vergangenheit daher ganz aus dem klassischen Garantiemarkt verabschiedet. „Auch wenn der Zins auf 0,5 Prozent abgesenkt wurde, können wir damit aber noch die Nachfrage nach einer Garantie bedienen“, so Szydlak. In der Praxis dürfte dieses „Abwehrangebot“ aber eher die Nachfrage nach der neueren Tariflinie „Klassik Modern“ forcieren, die höhere Ertragschancen am Kapitalmarkt verspricht als der Klassiker.

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