Steuerfreiheit für Fonds-Altbestände läuft aus

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Die Besteuerung von Investmentfonds wird ab 2018 neu geregelt. Für alle ab 2018 entstehenden Gewinne gilt dann die Abgeltungssteuer - unabhängig davon, wann der Titel erworben wurde.

Die Besteuerung von Investmentfonds ist ab 2018 neu geregelt.

Die Besteuerung von Investmentfonds ist ab 2018 neu geregelt. Foto: klimkin - pixabay.de

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet hat der Finanzminister die Besteuerung von Investmentfonds ab 2018 neu regelt. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Wegfall der bisher garantierten Steuerfreiheit auf Kursgewinne von Anlagen, die vor dem 31. Dezember 2008 erworben wurden. Hierauf weist Ralph Rickassel, Vermögensberater bei der PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, eine Niederlassung der Donner & Reuschel Lux S.A., hin.

„Millionärsfonds“ im Visier  

„Unabhängig vom Kaufdatum“, heißt es in einer Mitteilung, „werden per 31. Dezember 2017 alle Fondsanteile, die vor 2009 angeschafft wurden, fiktiv veräußert und zum 1. Januar 2018 wieder angeschafft.“ Die bis dahin erwirtschafteten Kursgewinne würden somit steuerfrei vereinnahmt. Ab dem 1. Januar 2018 entstehende Gewinne würden dann bei Realisierung, wie alle seit 2009 getätigten Investments, mit der Abgeltungssteuer belastet - unabhängig davon wann der Titel erworben wurde.  

Laut Rickassel zielt der Finanzminister damit auf die sogenannten Millionärsfonds, die vor Einführung der Abgeltungssteuer zuhauf gegründet worden seien. Denn als Ausgleich für die rückwirkende Streichung der Steuerfreiheit werde Anlegern ein Freibetrag von 100.000 Euro für anfallende Gewinne auf Altbestände ab 2018 gewährt. Kleinanleger blieben somit weitestgehend von der Neuregelung verschont. Eine Altanlage von 250.000 Euro wäre bei unterstellten Kursgewinnen von fünf Prozent im Jahr immerhin für weitere acht Jahre von der Abgeltungssteuer befreit, rechnet der Vermögensberater vor. Bei einer Summe von einer Million verblieben bei dieser Betrachtung nur noch zwei Jahre Schonfrist.  

Altbestände gehören auf den Prüfstand  

Weiter schreibt Rickassel: „Die Abneigung vieler Anleger, Steuern auf Kapitalerträge abzuführen, gewährte in der Vergangenheit vielen suboptimal gemanagten oder teuren Fonds einen gewissen Bestandsschutz.“ Nach dem Motto: „Lieber wenig Rendite, aber dafür steuerfrei" würden viele Investoren standhaft an der getätigten, vermeintlich steuerfreien Investition festhalten. „Dies macht künftig keinen Sinn mehr, sodass sich ein kritischer Blick auf die schlummernden Altbestände lohnen kann“, meint der Vermögensberater.

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