Kleinlein plant Klagewelle

Berater von Martin Thaler

Vor wenigen Wochen siegte der Bund der Versicherten im Streit um doppelte Abschlusskosten gegen die HDI vor Gericht. Nun sollen weitere Prozesse folgen.

Will gegen doppelte Abschlusskosten vorgehen: BdV-Chef Axel Kleinlein.

Will gegen doppelte Abschlusskosten vorgehen: BdV-Chef Axel Kleinlein. Foto: BdV

Es war eine logische Folge: Vor zwei Wochen hatte der Versicherer HDI gegenüber procontra bestätigt, gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln nicht in Revision gehen zu wollen. Die Kölner Richter hatten in dem vorliegenden Fall zugunsten des klagenden Bund der Versicherten (BdV) entschieden, der doppelte Abschlusskosten bei Riester-Verträgen monierte. Nun ist das Urteil rechtskräftig.  

Beim BdV ist man über das Urteil nicht vollends zufrieden. So urteilte das Kölner Gericht, dass die Anwendung der doppelten Abschlusskosten in den ersten fünf Jahren nicht zulässig sei – beim BdV vertritt man indes die Auffassung, dass dies auch in den folgenden Jahren nicht rechtens ist. Zudem sind die Verbraucherschützer überzeugt, dass HDI nicht der einzige Lebensversicherer ist, der diese Praxis vollzieht.

Im Gegenteil: Eine erste Überprüfung habe ergeben, dass auch „bei vielen anderen Versicherern gleich gelagerte Probleme bestehen“, heißt es in einer Meldung des BdV. Hiergegen will man nun vorgehen:  „Wir prüfen jetzt eine Klagewelle gegen die deutschen Lebensversicherer, die mit der doppelten Verrechnung von Abschluss- und Vertriebskosten den Verbraucher zu Unrecht belasten“, erklärte BdV-Sprecher Axel Kleinlein.  

Online werden zudem Musterbriefe zur Verfügung gestellt, mit denen sich betroffene Kunden an ihre Versicherer wenden können.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare