Internet liefert bei Finanzen meist nur unzureichende Informationen

Versicherungen von Martin Thaler

180 Millionen Google-Suchanfragen wurden für eine neue DVAG-Studie ausgewertet. Das Ergebnis: Informationen im Internet sind oft unvollständig und nicht objektiv. Auch untersucht wurde, wonach die Deutschen am häufigsten suchen.

Der Informationsgehalt im Internet ist für Verbraucher bei Finanzfragen meist dürftig.

Der Informationsgehalt im Internet ist für Verbraucher bei Finanzfragen meist dürftig. Foto: Pavelis - fotolia.com

Für die Deutschen wird das Internet immer wichtiger. Wie procontra berichtete, nutzen mittlerweile 58 Millionen Deutsche das Internet – das sind 83 Prozent und vier Prozent mehr als noch im Vorjahr.   Das Internet wird dabei für viele immer weiter zur wichtigsten Informationsquelle, als erster Anlaufpunkt, wenn es darum geht, bestimmte Themen zu recherchieren. Auch wenn es um Themen wie die Finanzierung des Hausbaus, Fragen der Altersvorsorge oder den Kauf von Edelmetallen geht, konsultieren viele Deutsche das Internet.  

Dabei ist allerdings zu erhöhter Vorsicht geraten. Denn die Wahrscheinlichkeit, dabei auf unzureichende Informationen zu treffen, ist hoch. In fast jedem zweiten Fall (44 Prozent) sei dies der Fall – zu diesem Schluss kommt zumindest die Studie „Webcheck Finanzfragen“, die An-Institut „ibi research“ der Universität Regensburg im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) durchgeführt hat. Insgesamt 180 Millionen Google-Anfragen zum Thema Finanzen wurden hierfür analysiert.  

Das Ergebnis: Knapp die Hälfte aller untersuchten Seiten erhielt von „ibi research“ nur die Note „befriedigend“ bzw. wurden noch schlechter bewertet. 16 Prozent wurden mit „ausreichend“ bewertet, fünf Prozent gar nur mit mangelhaft. Als Ärgernis wurde dabei nicht die Verständlichkeit der Informationen aufgefasst. Im Gegenteil: Diese wurde meist mit „sehr gut“ bzw „gut“ bewertet. Die Schwachpunkte machten die Tester indes bei den Kriterien Objektivität und Relevanz aus.  

So erhielten beim Kriterium Relevanz, worunter unter anderem die inhaltliche Tiefe und die Vollständigkeit des Informationsangebots fällt, 60 Prozent der Seiten nur die Note „befriedigend“ oder schlechter. „Dass die Wahrscheinlichkeit so hoch ist, auf eine unzureichende oder sogar falsche Information zu treffen, halten wir für bedenklich. Insbesondere wenn es um langfristige oder schwerwiegende finanzielle Entscheidungen, wie beispielsweise die Immobilienfinanzierung, geht. Dabei ist es zwingend notwendig, die individuelle Situation eines jeden Einzelnen zu berücksichtigen – das kann das Netz nicht leisten“, bewertet Dr. Udo Corts, Mitglied des Vorstands der DVAG, das Resultat der erstmalig aufgelegten Studie.  

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