Frankfurter-Leben-Chef: Zahl der Lebensversicherer wird sinken

Versicherungen von Martin Thaler

Die Branche hat derzeit mit niedrigen Zinsen und verschärften Regeln zu kämpfen. Die Zahl der Anbieter wird laut Bernd Neumann um rund ein Drittel sinken.

Geht davon aus, dass die Zahl der Lebensversicherer um ein Drittel zurückgehen wird: Frankfurter-Leben-Chef Bernd Neumann.

Geht davon aus, dass die Zahl der Lebensversicherer um ein Drittel zurückgehen wird: Frankfurter-Leben-Chef Bernd Neumann. Foto: Frankfurter Leben

Die Zahl der Lebensversicherer wird in Zukunft spürbar sinken. Davon ist zumindest Bernd Neumann, Vorstand des Run-off-Versicherers Frankfurter Leben überzeugt. Gegenüber dem Handelsblatt erklärt Neumann: „Die Zahl der Anbieter dürfte in den kommenden Jahren vermutlich um rund ein Drittel sinken.“ Damit dürfte die Zahl von rund 90 Lebensversicherern auf knapp 60 sinken.  

Die Branche hat derzeit mit dem andauernden Niedrigzins-Niveau sowie verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Erst vor Kurzem hatte die Arag ihr Lebensversicherungsgeschäft, das insgesamt 322.000 Versicherungsverträge umfasst, an die Frankfurter Leben verkauft und bekannt gegeben, sich in Zukunft stärker auf das Sach- und Krankenversicherungsgeschäft in Deutschland konzentrieren zu wollen. „Die Zukunft unseres Hauses wird nicht in der Lebensversicherung entschieden“, erklärte Arag-Vorstandsvorsitzender Dr. Paul-Otto Faßbender.  

Andere Versicherer, wie die Signal Iduna, wollen trotz starker Rückgänge im Neugeschäft, jedoch weiter an Lebensversicherungen festhalten – richten ihre Produktpalette jedoch verstärkt in Richtung „neue Klassik“ aus, bei denen den Kunden beispielsweise lediglich der Erhalt des eingezahlten Kapitals garantiert wird.  

Für Spezialanbieter wie die Frankfurter Leben sieht Neumann indes gute Chancen.  „In den kommenden fünf Jahren wollen wir Kapitalanlagen von rund 30 bis 40 Milliarden Euro übernehmen" sagte er. Vom 800 Milliarden großen Gesamtmarkt erwartet er, dass rund 20 Prozent zu den Run-off-Spezialisten wandern. Hiervon strebe Neumann einen Marktanteil von 20 Prozent an. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare