Flotte(n)tarife für Gewerbekunden

Versicherungen Top News von Carla Fritz

Risikoschutz für den Firmenfuhrpark: Alljährlich zur Wechsel­saison steht er auf dem Prüfstand und Maklers Know-how bei der Gewerbekundschaft einmal mehr hoch im Kurs.

Risikoschutz für den Fuhrpark

Alljährlich stellt sich für viele Firmen die Frage nach dem Risikoschutz für den Fuhrpark.

Über die Notwendigkeit der Autoversicherung müssen Gewerbekunden nicht aufgeklärt werden. Das ist der Vorteil. Das Schwierige ist die immer größere Komplexität der Verträge. Zugleich die Chance für den Makler, sich in diesem hart umkämpften Markt zu profilieren, der gemeinhin auch als Türöffner gilt. Womit fährt man am besten? Diese Frage stellt sich für ihn und seine Firmenkundschaft alljährlich zum Stichtag 30. November neu.

Schon ab drei oder auch fünf Fahrzeugen können Firmen rabattierte Rahmenverträge abschließen. „Meist handelt es sich dabei um sogenannte Branchentarife“, sagt Versicherungsmakler Sven Ratzke aus Dresden, der mit seiner Maklerfirma auch grenzüberschreitend im europäischen Ausland tätig ist. Ab zehn Fahrzeugen steigen die Nachlassmöglichkeiten an, besagen seine Erfahrungen. Ab dieser Größenordnung und mehr spricht man häufig auch von Flottentarifen.

Von GAP-Deckung bis BBB-Schäden

Das übliche Leistungspaket aus Haftpflicht- und Kaskoschutz kann um verschiedene Zusatzbausteine wie zum Beispiel Autoschutzbrief oder Fahrerschutz erweitert werden. Bei leasing- und kreditfinanzierten Fahrzeugen sollte abgeklärt werden, ob eine GAP-Deckung schon über den Leasingvertrag besteht. Unverkennbar die Tendenz – nach den Rabattschlachten vergangener Jahre –, Kunden insbesondere mit mehr Leistung und Service zum Umstieg zu bewegen. „Vieles bieten die Gesellschaften dabei optional an, um die Prämien gering zu halten“, so Ratzke.

Für Makler bedeutet das, ausgehend von dem, was ihr Kunde braucht, das Kleingedruckte Punkt für Punkt durchzugehen. Auf jeden Fall sollten branchenbezogene Risiken abgedeckt sein: Das betrifft etwa die Brems-, Betriebs- und Bruchschäden (BBB-Schäden) am Fahrzeug. Sie entstehen zum Beispiel durch Bedienungsfehler, aber auch ganz einfach aus dem Betrieb des Fahrzeugs heraus. „Beim Abkippen der Lkw-Ladung kommt es nicht selten zur Verwindung der Kippvorrichtung“, nennt Frank Krokor von der VHV ein typisches Beispiel aus seiner über 20-jährigen Schadenspraxis als Gebietsleiter Bau in der Region Berlin-Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

In einem anderen Fall ergoss sich nach einem scharfen Bremsmanöver eine ganze Palette Farbbüchsen in den Innenraum des Firmen-Pkw einer Malerfirma. Der musste aufwendig gereinigt werden. Normalerweise ersetzt die Kaskoversicherung solche Schäden nicht – nur mit diesem Zusatzbaustein. Bisher war er nur für Lieferwagen zu haben. „Inzwischen bietet ein Versicherer nach dem anderen Risikoschutz für die sogenannten BBB-Schäden auch für gewerbliche Pkw an“, sagt Versicherungskauffrau Kristin Hennig, bei Ratzke & Ratzke zuständig für das Kfz-Geschäft. „Kunden fragen jedoch noch nicht danach. Man muss sie dafür sensibilisieren.“

Flottenverträge gibt es in verschiedenen Varianten: mal mit mehr, mal mit weniger weichen Einstufungsmerkmalen wie Jahreskilometerleistung, Nutzerkreis und Abstellort. Teils entfallen sie auch gänzlich. Wichtig etwa für Unternehmen, in denen Fahrzeuge arbeitsbedingt von wechselnden Mitarbeitern gefahren und nach Feierabend mit nach Hause genommen werden. Oder bei bundesweitem Einsatz. Oft sei dies aber auch Verhandlungssache, so Ratzke.

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