Die wichtigste „App“ für Ihre Kunden heißt...

Berater Top News von Stefan Sommerer

InsurTechs und Digitalisierung bestimmen die Schlagzeilen. Und bei einigen Vermittlern ist die Angst, zum alten Eisen zu gehören, spürbar. Stefan Sommerer, Vorstand der VEMA, hat sich Gedanken darüber gemacht.

Stefan Sommerer

Stefan Sommerer, Vorstand der VEMA. Bild: VEMA

„Eine Studie warnt vor Verdrängung durch InsurTechs“, konnte man kürzlich in einem der für die Branche wichtigen Fachmagazine lesen. Die digitalen Marktteilnehmer würden wohl die „wahrscheinlichen Gewinner“ der Versicherungsbranche werden. Auch war zu lesen, wie viel Millionen US-Dollar diese Firmen inzwischen durch Investoren eingesammelt hätten. Vom Erfolg beim Endkunden hingegen las man nichts.
Nun ja, Knip hat jetzt immerhin eine Unfallversicherung für Pokémon Go – Spieler im Angebot, wie man an anderer Stelle jüngst lesen konnte.

Unter den deutschen InsurTechs hat Knip mit großem Aufwand und Fernsehwerbung den Rang des Marktführers errungen. Um die 800.000 Mal wurde die App inzwischen heruntergeladen. Das Internet spricht allerdings von „nur“ rund 20.000 Kunden, die Knip inzwischen hätte. Wie kann man diesen Unterschied erklären?
Womöglich mochten die meisten Kunden, nachdem sie herausgefunden hatten, dass sie sich da nicht nur einen digitalen Versicherungsordner umsonst runtergeladen hatten, ihren aktuellen Versicherungsbetreuer gar nicht wechseln? Die Verweigerung erster Versicherer, Bestandsübertragungen für Knip und Co durchzuführen, weil der interne Aufwand des Hin- und kurz darauf wieder Zurückübertragens auf den Ursprungsvermittler zu hoch sei, spräche für diese These.

Insgesamt geschieht trotz des vielen Medien-Tamtams bei den Versicherungsapps offenbar aber sehr wenig. Bei den diesjährigen VEMAtagen im April gab es keinen einzigen anwesenden Partner, der bereits Kunden verloren hatte, und auch sonst hören wir nur von vereinzelten Fällen. Für das oft prophezeite „Ende der Finanzdienstleistung, wie wir sie kennen“, scheint dies alles etwas zu dünn.

Untergang „des Vermittlerabendlandes“?

Die ganze Situation erinnert ein wenig an die frühen 2000er Jahre, als Onlineversicherer und Vergleichsportale plötzlich sehr präsent waren. Inzwischen haben auch die Onlineversicherer bemerkt, dass man Versicherungsschutz nicht verschenken kann und die Preise sind in den meisten Bereichen auf einem Niveau angekommen, das auch normale Serviceversicherer aufrufen. Und trotz des inzwischen 15jährigen Bestehens, sind immer noch nicht alle Versicherungskunden bei Check24 gelandet. Der Untergang „des Vermittlerabendlandes“ wurde damals jedenfalls auch nicht eingeleitet.

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