Wieso der Makler für Unterversicherung fast immer haftet

Recht & Haftung Top News Meistgeklickt von Dr. Johannes Fiala/ Dipl.-Math. Peter A. Schramm

„Auch nach Abschluss eines Versicherungsvertrages schuldet der Makler noch eine ständige aktive, unaufgeforderte Betreuung. Dazu gehört die Verpflichtung, die vereinbarte Versicherungssumme auf ihre Angemessenheit hin zu überprüfen und ggf. auf eine Anpassung hinzuwirken.“  

Im klagegegenständlichen Fall hatte der bisherige Versicherer die Versicherungssumme falsch ungerechnet. Der Makler hatte es versäumt, dieser Diskrepanz nachzugehen, sich vom Versicherer Unterlagen dazu zu beschaffen, den Fehler aufzuklären und zu korrigieren. Bei einer späteren Umdeckung hatte er ihn dann schlicht übernommen, ohne nochmalige Prüfung. Es half dem Makler auch nichts, dass der VN seine Überzeugung äußerte, die Versicherungssummen seien ausreichend – der Makler hätte selbst prüfen müssen und dem VN dessen Fehlvorstellung samt Folgen vor Augen führen müssen.  

Pflicht zur optimalen Vertragsgestaltung

Der Makler „trägt die Verantwortung dafür, dass die abzusichernden Risiken vollständig abgedeckt sind und hat dabei für eine klare, eindeutige Vertragsgestaltung zu sorgen, die bei Eintritt des Versicherungsfalls keine Zweifel aufkommen lässt“.  

Der Makler kann sich, so sagt es das OLG Stuttgart – nicht auf allgemeine Wünsche des VN nach günstigen Prämien berufen, um damit die Unterversicherung zu rechtfertigen. Der Makler muss vielmehr die Folge der Unterversicherung dem VN so verdeutlichen, dass dieser eine bewusste Entscheidung für oder gegen diese konkret dargelegte Unterversicherung treffen muss.  

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